Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 6/7 (1916)
- Issue
- 3 (15.11.1916)
- Date
- 1916-11-15
- Page
- Seite 88 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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— 88 — Südwesldcutscher Brzirköverband. Während der ersten beiden Kriegswiyter lagen die Verhältnisse in den Vereinen, die dem Südwestdeutschen Bezirksverbande angeschlossen sind, sehr im argen. Nur wenigen war ermöglich, ihre Tätigkeit ohne Behinderung fortzufetzen. Im kommendcii Winter aber verspricht auch hier im Süden des Reiches die Tätigkeit unserer Vereine eine regere zu werden. Man verschließt sich auch hier der Erkenntnis nicht, daß die Arbeit in der stidischeu Jugendbewegung eine dringende Zeitnotwendigkeit ist. Die Erfolge, die in anderen Gegenden erziel: wurden, geben den Mut, die Schwierigkeiten, die sich in Süddeutschland vielleicht in stärkerem Maße als sonst un-s emgcgcnstellen, zu überwinden.! Tie Vereine Lörrach und Wiesbaden hatten ihre Tätigkeit nicht eingestellt. Sie haben in dem durch den Krieg gebotenen Rahmen sehr erfreuliche Arbeitsergebnisse erzielt. Nunmehr werden auch1 die Vereine in! Frankfurt a. M., Heidelberg, Konstanz und Mainz mit ihrer Arbeit beginnen. Es ist zu hoffen, daß ihre Bemühungen von Erfolg begleitet firfb und daß auch diejenigen Vereine, die den gleichen Entschluß noch nicht gefaßt haben, ihrem Beispiele bald folgen werden. Die Geschäftsleitung des Südwestdeutschen Bezirksverbandcs wird jedenfalls keine Mühe untersucht lassen/ um die Vereinstätigkeir in Südwestdeutschland zu heben. Sije kann ihr Ziel natürlich nur dann erreichen, wenn sie v^n den einzelnen Vereinen und von den Persönlichkeiten, die für unsere Sache Interesse haben, aufs tchkräftigste unterstützt wird. Ein enger Zusammenhang unter dest einzelnen Vereinen, wie er z. B. in Westdeutschland schon lange besteht, dürfte auch hier für unsere Arbeit von größtem Nutzen sein.! Die Geschäftsleitung des Slldwesldculschcn Bezirksverbandes liegt letzt ini den Händen des Herrn Or. Kurt Alexander. Frankfurt a. M„ Friedrichstlpße 13. __ Rus unferen Vereinen. Aus der 6efdiicftte des Mischen jugendbundes fjamburg. Zu seinem zwanzigsten Gründungstage am 10. Oktober. Am 10. Oktober d. I. feierte der Jüdische Jugcndbund Hamburg fein zwanzigjähriges Bestehen. Ein Rückblick auf die verflossenen! 20 Jahre ist äußerst lohnend, spiegelt sich doch in der an Ereignissen reichen Geschichte deS I. J.-B. Hamburg ein gut Terl der Geschichte der jüdische» Jugkiidbelvegiung Deutschlands wider. . ' Fm Anfang der 90er Jahre ließ die Großloge des ll. L. B. B. an die Logen^ die Aufforderung ergehen, in allen größeren Städten. tüdischc Jugendvxreine zu gründen, mit der Tendeüz, die jüdische Jugend gemeinsam zum Judentum zu erziehen, ihr Verständnis jüducher Dinge zu fördern und sie zur Mitarbeit anzuregcn. In Hamburg fand der Gedanke kräftigen Widerhall; halten hier doch schon früher ähnliche Vereine bestanden, die sich nur mangels genügender lbntcrstützung wieder auflöscn mußten. Ter damalige Präsident der Henry Jones-Loge in .Hamburg, Herr JovaS Bing und Herr Gustsav Tuch griffen den Gedanken auf und bereiteten in emiigcr Tätigkeit ihi Verein mit den Herren Ed. L e v i n f o n und Max Deutschlänger die Gründung vor. Nachdcni Ende 1 SOö die Vorbereitungen beendet > waren, schritt man mit Erüffnung der Wintersaison 1890 zur eigentlichen Gründung. Zum 10. Oktober 1S>»G berief die Loge »: ihr SjoJal, das Hotel „Zu den drei Ringen", cine Versammlung ein, der tahlreichc Vertreter der Loge beiwohnten. In dieser Versammlung i wurde der ...Israelitische Jugcndbund" — diesen Namen erhielt der neue Verein — gegründet. Mit dct Gründung