Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 6/7 (1916)
- Issue
- 3 (15.11.1916)
- Date
- 1916-11-15
- Page
- Seite 77 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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eilte oder lindere iciliu’iina'i mag i\i eine piogrammatiickie li;iflonmä cm ortet hoben, die sich mit gewissen politischen Streitfragen beschäftigt hätte. Da sie ausllieb, Hot sicherlich mancher mit einer kleinen Enttäuschung die Versammlung verlassen. Wer sensationslüstern war, ist nicht auf seine Rechiung gekoininen. Aber in diesem „Mangel" Meint mir der größte Gewinn der Tagung zu liegen. Es sei voriveggenommen: kein Wort des Streites zwischen all den vielen Parteien, in die leider das!deutsche Judentum zerklüftet ist, ist gefallen. Der Krieg mag die Ursache dieser hocherfreulichen Erscheinung gewesen sein. Man wai sich klar, daß es ein jämmerliches Bild wem den würde, wenn Zu einer Zeit, in der auf den Schlachtfeldern die Ge-, schicke der Völker entschieden werden, eine Versanimlung sich darüber streiten würde, ob Zionismus oder Antizionismus. Liberalismus oder Orthodoxie dem deutschm Judentum das Heil brächten. Aber gibt uns die Tatsache^ daß heute diese häßlichen Zänkereien vermieden werden konnten, nicht sehr viel zu denken? Warum sollte das, was unter dem Druck dieser furcht >aren Zeit möglich war, nicht auch in anderen Tagen erreicht werden können? Ist es denn wirklich nötig, daß jede Versammlung einer ji dischen Organisation schließlich ausläuft in eine leidenschaftliche Diskussion: hie Zionismus, hie Antizionismus? Dir Düsseldorfer Tagung staud glücklicherweise unter einem anderen Stein. Ein festumrisscnes Zukunftsprogramm gaben wir nicht. Wie, kann man sich aiich an'' die Zukunft festlegen, wenn man nicht weiß, was die nächsten fTage l ringen! Aber von allen Rednern wurde immer wieder betont, daß es die Aufgabe der jüdischen Jugendbewegung brande Stelle innerhalb des deutschen Judensind die Ouelle, die unsere Gepieinschast stets Kräften speist: deshalb aber auch habest wir z-' daß die Quelc nie versiegt. Erziehung unserer Indent ii m , das war das Leitmotiv aller en. Was Haus und Schule begonnen haben. Das Judentum muß unseren Milben sin halt werden!' Auf dieses Ziel Erziehungsarbeit gelenkt werden. — Wie das im einzelnen dniichzuführen ist. das konnte auf der Tagung nicht dyrgelegl und das lsann euch hier nickst erörtert werden. Es konnte zunächst nur daraus ank mimen. für die Idee allein alle zu erwärmen. Und die Aussprache der Delegiertenversammldmg ergab, daß. hiemallx, welcher Richtung sie auch immer ungestörten,^ einig waren. Nunmehr' erst wird es an der Zeit sein, die Wege vorzuzeickmen, die gegangen werden müssen, pm dieses Ziel zu erreichen. ■ Eines darf über auch hier nicht außer acht gelassen werden: Pflege . des Judentums Umfaßt nicht nur Pflege der jüdischen Geschichte, der Literatur, der Mhik, i«r Religion. Es gehört vielmehr hierzu auch die körperliche Ertüchiigung der Jugend. Gerade eine solch kleine Gemeinschaft wix die unsrige, die in der Hauptsache geistiger Arbeit lebt, muß ihr Astgenm;rk darauf richten, daß nicht körperliche Schäden ihre Gesundheit unter; raben. Man wird der Jugendbewegung sicherlich Dank wissen, wenn sie ihre Tätigkeit auch auf dieses Gebiet ausdehnt und so mithilft, msere Zukunft zu sichern. iein müsse, sich <iine fi tiiiiis zu sichern. Wir von neuem mit frischen sorgen. M i t g l i e d e r. j', u ni Reden und Eröisterune daesehen wir tört. g l i e d ern z u m Le bin muß unsere zganze