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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1916-11-15 · 3 (15.11.1916) · p. Seite 74

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
6/7 (1916)
Issue
3 (15.11.1916)
Date
1916-11-15
Page
Seite 74 (sequence 8)
Language
German
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- 74 -! o hi in c n ohne d i e Z i n i ft c 11 können ohne stellung der Verhältnisse zutreffend ist, weil ich mich in eine Diskussion übei diese Tinge umsoweniger einlassen möchte, als die zionistische Parteileitung infolge' der durch den Krieg geschaffenen weltpolitischen Verhältnisse eine Aufklärung über viele Punkte nicht geben kann und weil sic, was ich voll und ganz würdige, selbst gegenliber scharfen Angrissen aus der eigenen Paptei in 'wichtigen Beziehungen das Odium des Schweigens auf sich nehmen muß. Auf keinen Fall aber dürfen die Nichtzionisten Vogel-Strauß-Politik treiben und übersehen, daß fast allen, die draußen wareg der nationaljüdische Gedanke wenigstens zeitweise in anderer Beleuchtung erschien als daheim. Es wird abzuwanen sein, wie sich nach d§cr Rückkehr der Ausgleich der Meinungen vollziehen wird. Jedenfalls müssen wir damit rechnen, daß ein erheblicher Teil unserer Mitbürger diesem Ideal lebt. Wir anderen onisten nicht aus und die Z i o - die anderen'nichts erreichen. (Lebhafter Bcisall.) Wir haben einander bitter nötig, nicht nur zum Streiten, sondern zum gcmeinsainen positiven Vorwärtskommen. Und Gott und unser aller Sehnsucht nach lebendigem Judentum und unser aller Wille, die Schmach jwr fortwährenden Zurücksetzungen zu beseitigen, wird uns wieder!zusammenbringen. Ter Wille hierzu ist bei uns' Jungen sicher vorliandcn. (Langandauernder Beifall.) Seien wir uns doch darüber klar — ich knüpfe damit an das an, was Frl. l>r. Berliner ln der Hauptrcde des heutigen Vormittags gesagt hat — dieser Weltkrieg hat den jüdischen Problemen ein ganz n e i! e s Gesicht gegeben. Wer es nicht, schon früher gewußt hat, z daß die alten Schablonen „Zionismus, Liberalismus, Orthodoxie"! das Problem „Judentum" nicht ausschöpfen, dem ist es heiite erschütternd klar geworden. Judentum als , rein geistiges Phänomen, chie Martin Bnber und sein Kreis es uns zeigen, die Frage der jüdiscijen Geschichte als Wechselwirkung zwischen jüdischem und nichtjiidischeni Einfluß, die F e u ch t w a n g e r in seiner ausgezeichneten Broschüre als noch kaum gestellt aufwcist, der ganze ungeheure Komplex der jüdischen sozialen Fragen, wie Mittelstandspolitik, Berufsberatung, Wirtschastsgesinnung, das schwierige Problem der Mischehe, des Bevölkerungszuwachses, das alles sind Tinge, die mit dem Partcihader nicht das geringste zu tun haben. Und doch geht es'bei ihrer Lösung um Sein oder Nichtsein des Judentums. Auch der Judenhaß erscheint uns in neuem Licht, wenn wir an seine Parallelerschcinung, den allgemeinen Teutschenhaß im Auslande, denken. Mit Freimut, ohne jede Voreingenommenheit, ohne jeden deutschen oder jüdischen Chauvinismus wollen wir für unser Teil mitbauen helfen an dem neuen jüdischen Haus. Ueberreich wird unser positives Programm sein. Mit aller Systematik wollen wir es bearbeiten, und die Vcrbandsleitung wird noch mehr als früher bestrebt sein, den Vereinen mit Anregungen. Programmen^ Lehrgängen an die Hand zu gehen. Wir werden die besten Kenner auf dem Geriete der jüdischen Religion, der jüdischen Geschichte, der jüdischen Geistes- und Sozialwissenschaften um ihre Unterstützung bitten. Unser Vroaramm wird ergänzt durch unsere

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