Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 6/7 (1916)
- Issue
- 3 (15.11.1916)
- Date
- 1916-11-15
- Page
- Seite 73 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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- 73 - Ich will nuii auf das eingehen, was hier über die z u k ü n f 1i g e Gestaltung öier innerjüdifchen Verhältnisse gesagt worden ist. Mir scheint es nicht richtig, wenn diese Dinge immer unter dem Gesichtswinkelf „Hie Zionismus, hie Liberalismus, hie Orrhodoxie" betrachtet Wersen. Gewohnheitsmäßig wird der ganze Fragenkomplex in diese Schablonen gepreßt, als ob nicht inzwischen das ungeheuerste Geschehen uüs nahegelegt hättb, eine höhere Warte der Betrachtung zu suchen. Die Kämpfe innerhalb des deutschen Judentums "sind, soweit sie nicht, wie bei Cohen und Buber, die geistige Grundlage des jüdischen Bewußtseins umstreiten, weit unwesentlicher als sie vielen erscheinen, die sich mit jüdischen Dingen beschäftigen, weil sie sonst nichts Ernsthaftes zu tun haben. Ich stimme mit meinem Vorredner*) darin überein, daß die Form der Polemik eine ernstere und würdigere geworfen, ist, und daß der Wunsch nach Verständigungs- Möglichkeiten gevlachsep ist. (Beifall.) Ob die Bubersche Zeitschrift „Der Jude" diesem Gedanken der Verständigung, wie wir ihn hier auffassen, dient >der überhaupt dienen will, erscheint mir aper doch fraglich. Rückhaltlos untprfchreibe ich aber, daß das Erscheinen dieser Zeitschrift sehe zu begrüßen ist, nicht allein wegen des mitiwenigen Ausnahmen besonders hohen Niveaus der Hefte, sondern insbesondere, weil Bnber und ein Kreis uns und vielen Zionisten einmal in grundlegender Weise I»ic G^dankengänge und Probleme des intellektuellen Nationalju lentiims ksargelegt hat. Bezüglich einer anderen in diesen Tagen zum ersten Male erschienenen Monatsschrift kann ich die Bemerkung nicht unterdrücken, daß es in den Kreisen der Jugendbewegung seltsam! berührt hat, daß man bei der Vorbereitung dieser dem Verständigungsgedanken gewidmeten Publikation -mit uns keine > Fühlung genommen hat und erst hinterdrein kam, als man einen Vcrbreitungskreis suchte. Ich möchte einmal mit aller Deutlichkeit ansshrechen. daß der Verband der jüdischen Jugcndvercine Deutschlands fast sämtliche jungen jüdischen Männex und Frauen, die irgendwie ein Interesse an jiidiichcn Fragen haben, in sich vereinigt und Rücksichtnahme verlangt. (Lebhafter Beifall.) Das verlangen wir.esnmal ans Organisationsstolz, nachdem es uns -in mühseliger Arbeft trotz aller Widerstände gelungen ist, die jüdische Jugend zu sammeln und zu einheitlichem Wollenzu erziehen, das verlangen wir auch! im Interesse einer steten, nicht sprunghasten Entwicklung desdeutschen Judentnnis. Die Mitgliedschaft unseres Verbandes soll in i t geichaffen bat. Mein Vorre ichen Programm Kreise Stellung *) /Der Rede Freude das fortsetzen. waS die ältere Generation. >ch benutze die Gelegenheit,, auch verschiedene große rgpnisationcn än unsere Existenz und an unseren Existenzwillen zu erinnern: denn leider schweben manche dieser Organisationen in der Lust, weil ihre Leitungen zu wenig Fühlung irnit der herangewachseneu Jugend habm. (Lebhafter Beifall.) j Einer hat versucht, möglichst objektiv zu dem zibnistinnd zu den Strömungen innerhalb der zionistischen zu nehmen. Ich laue es dahingestellt, ob seine Darl. gmg ein Referat de? Herrn T>t. Herzield-Esicn voraus..