Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 6/7 (1916)
- Issue
- 2 (15.8.1916)
- Date
- 1916-08-15
- Page
- Seite 48 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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— 48 — ist eine Wahrnehmung, die wir im Felde inanchmal machen konnten, daß wir Angehörige solcher Vereine schon an Aeußerlichkciten erkannt haben. Man soll Acußerlichkr iten nicht zn hoch einschätzen, aber auch nicht ihren Wert verkennen. Sie sind — als Mittel der Disziplin — nicht nur nützlich, sondern sie haben auch einen Schönhcitswcrt. Ich möchte ein Beispiel aus dem Felde ansühren. Die Feldgottesdienste sind manchmal nur von einer geringen Zahl von Teilnehmern besucht und stehen daher, besonders wenn noch die Ungunst eines ungeeigneten Raumes hinzukonimt, unter der Gefahr, daß eine gottesdienstliche Stimmung sich schwer cinstellt. (Bezogen doch auch schon unsere alten Weisen das Bibelwort: „In der Menge des Volkes liegt des Königs' Schmuck" auf eine zahlreiche Betcrfchar.) Nun, die innerliche 'Sammlung ist sicherlich erleichtert worden, wenn äußere Zucht herrschte, wenn man nicht abgelcnkt wurde durch Unordnung. Militärische Zucht kann zwar gottesdienstliche Stinimung nicht Erzeugen oder gar ersetzen; aber sic ist doch eine wichtige Vorbedingung für das, wessen der Gottesdienst wesentlich bedarf: der Würde. Sie ist das Kennzeichen einer inneren Disziplin, die der Mensch erlangt, wenn er gelernt hat, die Gebundenheit, unter der jeder Mensch steht, in Einklang zu bringen mit der.Freiheit, nach der wir streben. Die harte Schule, die wir heute durchmachen, wird — es ist ein gewisser Trost, das zu hoffen — neben anderen die Folge haben, daß eine gut disziplinierte Gefolgschaft das Rückgrat unserer Jugcndvereine bildet. Wenn jeder sich innerlich festigt durch Unterordnung, durch das Aufgaben kleiner Sonderwünsche, erziehen wir uns und uns gegenseitig. Nur auf diesem Wege erlangen wir das Recht, nicht nur als Mann in Reih' und Glied zu marschieren, sondern auch als Offizier zu führen; denn: nur wer gcborckien gelernt hat, kann befehlen. 1' ' 1 's