Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 6/7 (1916)
- Issue
- 2 (15.8.1916)
- Date
- 1916-08-15
- Page
- Seite 49 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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— 49 — Marlin Pljilippfon. Profe sor Tr. Martin Philippson ist aiti 2. August d. Iin Berlin gestorben. Tie jüdische Jugendbewegung hgt in ihm einen treuen Freund verloren. In der Gründungsversammlung ■ unseres 35ernm 30. Mai 1909, begrüßte der Verstorbene uns namens des bandes, Deutsche Israelitischen Gemcindebundes mit folgenden Worten: „Wer sein Interesse auf alles lenkt, waS zur Förderung der inneren Kra i und des inneren Kullurvermögens des deutsch-jüdischen Lebens gehört, muß cs natürlich mit großer Freude aufnehmen. daß nun auch die iül'ischc Jugend kräftig in' die Arena mit cintritt gegen den äußeren Gegae:, und, was noch wichtiger ist, zur Ausbildung der Kulturinter-. essen iutt> religiösen Interessen. Es wird leider noch immer von sehr vielin Bestandteilen des deutschen Volkes der Jude zurückgewiesen und er ist zahlreichen Angristen ausgesctzt. Ein schwacher Stamm würde fätif st unterlegen sein. Aber das Judciituin zeigt, wie die Geschichte lehrt, seine Stärke darin, daß seine Bekenner um jo kräftiger sich zu» saintnenschlosscn, je heftiger sie von außen bedrängt wurden/ Ein schwaörer Daum wird von dem Sturm geknickt, ein starke jedoch wird nur von dem Sturm in seinem Wachstum gefördert. Der jüdische Stamm hat bc wiesen, daß er ein kräftiger, von keinem äußeren Sturm zu brechender Baum ist. Und welcher Bestandteil unserer jüdischen Gemeinsamkeit kann darin eine größere und wirksamere Rolle spielen, als gerade unsere jüdisckc Jugcndk Wenn Sie, meine Herren, in der Tat erfüllt von dem Gei te idealer Bestrebungen, daran gehen, einen Verband zu gründen, so werden Die ein großes Werk vollbringen zu Ehren des Jiidcntums, zu kyren Ihrer selbst, zum Heile unserer und Ihrer Zukunft. Wenn wir die Jugend so von Idealen beseelt sehen, dann können wir Alten getrost unsere Hand zurückziehen, dann lönnen wir unser Werkeln jünbede, kräftigere Hände legen. In diesem Sinne, möchten Ihre Berat üngen erfüllt sein von echt jüdischem Sinn, erfüllt von religiösem Idealismus. Nur wer im Sinne des religiösen Idealismus handelt/ wird ^auch Großes und Gutes schaffen." Auf das Glückwunschschreiben des Verbandes zu seinem 70. Geburtstage erwiderte er am 12. Juli d. I.: „Der Jugend gehört die Zukunft, und ö sind die jüdischen JugcniÜvereine die wirksamsten Förderer der Zukiuist des deutschen Jirdcntums. Als! solche habe ich sie immer ausgefaßt und mich stcts auf das lebhastestl für sie interessiert. Wenn auch mein körperlicher Zustand eine direkt Förderung der Jugcndvereine mir unmöglich macht, so darf ich Sie doch versichern, -daß das Gefühl innerer Zusam ein gleiches ist. Mit herzlicheni Gruß mengehörigkeit nach wie vor Ihr ergebener Pros. Dr. M. Philippson.'