Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 6/7 (1916)
- Issue
- 2 (15.8.1916)
- Date
- 1916-08-15
- Page
- Seite 47 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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— 47 — Difziplin. - ' Von l)r. Baerwald, Feldrabbiner der 6. Armee. Ein Grundpfeiler unseres militärischen Levens ist die Disziplin j nicht Selbstzweck, aber in der Reihe der Mittel zur Erzielung von Erfolgen, steht sie an erster Stelle. Wenn im Frieden vielleicht manchmal — um dos Grundsatzes willen — die Disziplin überspannt worden war, die rauhe Wirklichkeit des Krieges korrigiert unnachsichtlich jeden Fehler und läßt erkennen, daß Disziplin hptwendig, aber nicht um ihrer selbst willen da ist. Ter Untergebene größeres standene dies War Hochschule jetzt mit Unter nun nach standen gegengehisn gänge im ich möchtl Verantw hat im Ernstfälle ein viel ly Frieden; eine wohlver» Pslicht, selbständig Ent bequemer wäre, bei der Maß von Handlungsfreiheit als i Disziplin entbindet nicht von der schliisse zi fassen, während es doch erhebliö; Befolgung von Befehlen die eigene Denkfähigkeit auszujck)alten. Es würde sich aber bald bitter rächen, wenn a rstatt disziplinierter Sol datcn seclenloie, unverantwortliä-e Maschk reu dem Führer folgten. Sicherlich beruhen die wunderbaren Erfolge unserer Heere auch dar auf. datz jeder Mann, vom General bis zun Gruppenführer, ja bis zum einfachen Soldaten, Freiheit genug besitzt, um in den Grenzen des Befel ls das Erreichbare durchzusctzcn. es im Frieden nur ein Teil der der Disziplin, den militärischen wenig Ausnahmen unsere ganze ein, den Menschen aufs tiefste b dem Kriege der größte Teil unschc haben und auch weiter stehen, da de militärische Jugenderziehung gleichen Sinne beeinflussen wird, sagen — veredelten Disziplin, bic brtlichkeit nimmt, die von ihm sehen die jungen Männer, die die Dienst, genossen, so stellt Jugend unter Waffön.. rührenden Einfluß wird r jungen Mannschaft gedcr Verwirklichung enthuch die_ckommenden Jahrm Sinne einer solchen — dom einzelnen nicht jede den Gehorsam fordert- Es ist zu wünschen, daß auch unsere jüdische Jugend diesen' höchst wohltätigen Einfluß an sich erfahren und daß dadurch auch die Arbeit der Jugendvereine gefördert werden wird. War doch gerade hier eine Klippe, cn der mancher Steuermann eines jüdischen Jugendvereins nicht vorbei konnte, daß die Handhabung der Disziplin, die ein Verein nicht entbehren kann, ihm gewisse Schwierigkeiten bot. Das Gleich heitsbewußtfein, das mit jüdischer Art — die manchmal Unart wirdverbunden ist und das besonders innerhalb des eigenen Kreises sick. geltend macht, wollte sich nicht immer mit der Forderung der Unter wersung unter ein Oberhaupt, wenn es auch das selbstgewählte war vertragen; auch die Neigung zur Kritik, mehr oder weniger uns eigen, ük erschritt oft ihre Grenzen. Wie so vieles, was im Laufe der Jahrhunderte..auf das Charakter bild des Juden Einfluß ausgeübt hat, wird nun wohl auch der Kriex seine Spuren uns eingraben. Vielleicht, hoffentlich erhalten sich die Züge dieser Disziplin. Waren wir doch auch schon auf dem Wege dazu Die bestehenden Jugendvereine, studentischen Korporationen, Turn vereine, Wanderbunde u. a. haben ja vielfach schon vorgearbeitet. Er I