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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1916-08-15 · 2 (15.8.1916) · p. Seite 46

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
6/7 (1916)
Issue
2 (15.8.1916)
Date
1916-08-15
Page
Seite 46 (sequence 12)
Language
German
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— 46 r. mögen, und daß sie auch ihren Kindern die Fähigkeit, zu beten, die Möglichkeit, hebräisch zu beten, erhalten wissen wollen. Tann mutz aber der Mahnruf laut erschallen: Laßt die Kinder hebräisch lernen! Nein, mehr noch: betet mit euren Kindern in der heiligen Sprache: Dann müssen die Eltern sich endlich dazu aufraffen, die Kinder im Erlernen des Hebräischen zu fördern, zum mindesten aber die Lehrer bei dieser durch die Kürze der Unterrichtszeit fast unerfüllbaren Aufgabe zu unterstützen, damit das von den Eltern bewiesene Interesse auf die Kinder anspornend wirkt. In manchen Kreisen der jüdischen Jugend sind ja bereits hebräische Sprachkurse eingerichtet, in denen das früher Versäumte nachgeholt werden soll. Wir leben auch der festen Zuversicht, daß durch diejenigen jüdischen Männer, die den Krieg draußen miterlebt haben, ein Strom kräftigen Lebens in unsere Gemeinden sich ergießen wird. Sie werden mit größerem Ernst ihr Judentum erfassen, und der Wunsch, sich in ihm zu betätigen, wird aus ihnen wertvolle Träger lebendigen Judentums machen. Es ist ja ein in der Geschichte nicht unbekannter Zug, daß von der Jugend das Neue und Gute — auch dort, wo es weiter nichts war als ein Zurückkehren zum bewährten Alten — ausging, dem die ältere Generation erst wiedergewonnen werden mußte. Eine der Aufgaben unseres Propheten Elia, der als Vorbote einer besseren, glücklicheren Zeit erscheinen soll, lautet: „Er wird die Herzen der Eltern zu den Kindern wieder wenden." Möge aus unserer Jugend heraus Wunsch und Wille zur ernsteren Erfassung' und regeren Betätigung des Judentums erwachsen, und möge sich die ältere Generation diesen,. Neuen, das Gott sprossen läßt, nicht eutgcsgenstellen! Möge sie vielmehr selber tätigen 'Jliitcil nehmen, wo es gilt, frisches geistiges und religiöses Leben im Judentum zu fördern! II. Zu einem unserer jungen jüdischen Offiziere sagte sein Major, der, wohlwollend und ernst, zuweilen auch über „die jüdische Frage" mit ihm spricht: „Ich gestehe, es gehört Energie dazu, als Jude durch die Welt zu geben." Daran mußte ich denken, als ich im letztem Heit iK’r- „Mitteilungen des Verbandes der jüdischen Jugendvereine" die von 1>,\ Apfel zitierten Worte des seligen Siegs r i e d V r ii n n las: „Was kümmert es Euch, ob es ejwas mehr über» w eiliger A wt i i e mi t i s m u s gibt, w e u u Ihr n u r s i rfi e r in E u rfi i e 1 b st seid : s u ch t E u re .K rast in E u ch selbst." (Wie paßt aus, diesen Mann das Goethe-Wort: „Tie gute Tat, das schöne Wort — Es strebt unsterblich, wie es sterblich strebte.") .- Ja, das ist in der Tat das Ausschlaggebende. Wir müssen im Judentum wurzeln, wir müssen es kennen, in ihm uns betätigen, um > es recht zu lieben. Das Judentum muß uns erfüllen. Dann empfangen wir von ihm immer neue Kraft zu edlem Wirken. Dann sind wir unbewußt die besten Kämpfer für Menschheit förderndes Judentum. *

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