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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1916-08-15 · 2 (15.8.1916) · p. Seite 45

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
6/7 (1916)
Issue
2 (15.8.1916)
Date
1916-08-15
Page
Seite 45 (sequence 11)
Language
German
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15 — nämliche Anspruch, wo es dereinst auf unser» Gemeinschaft selber, ankam? Im eigenen Kreise, wenn wir als Juden mit Juden verkehrtem in eigener Sache, wenn wir für jüdische Zwecke wirkten, jüdische Aufgaben stellten und lösten, sei es im Hause unseres Gottes, sei es im Leben unsere^ Gemeinde, in unseren Vereinen und Körperschaften — ließen wir uns da niemals gehen? Spornten uns unentwegt dieselben Eigenschaften an? Befleißigten wir uns in gehorsamer Treue der Erfüllung des Worte/: Jeder zu seinem Panier, jeder auf^seinen Posten? Nicht umsonst ging dieser Krieg an uns^vorüber, so die Erziehung. die er unserer Jugend cinprägt, unverlierbar haftet/, und dauernd sich auswirkt. ' Zucht und Ordnung, in des Feldes harter Schule gelernt, wofern sie uns in die Heimat Aleiten, znm Schutze des deutscher Vaterlandes erprobt, wofern! sie einmal sich bewähren im Dienste des jüdischen Gedankens — wahrlich, winkt uns von fern eine solche Hoffnung, dann sprießt aus dem! unnennbaren Elend, das uns bedrückt, ein schüchterner Trost verheißungsvoll empor. wünsche und Hoffnungen. Ein Feldpostbrief von Dr. Chc> ne, Feldvjtbbiner der 6. Arniee. Es ist nicht dankbar genug zu begrüßen, daß die maßgebenden Stellen den Dfut gefunden haben, trotz der Ungunst der Zeiten die „Mitteilungen > des Verbandes der Jugendvercine" neu erscheinen gu'[affen. Gerade jetzt aber könnest sie wirken. Hoffentlich wird jede Nuchmer in möglichst vielen Exemplaren auch an unsere jüdischen Soldaten verteilt. , Ich will istr folgenden Wünsche und Hoffnungen derer zum Aus-, druck bringen, die durch längeres Beisammensein mit denen im Felde so vieler junger Juden Gefühlsleben kennen gelernt haben. I. Nach einem Gottesdienst. Ein Ststdent von der Technischen Hochschule sagt: Mir tut es leid, daß ich! das Hebräische nicht beherrsche unsd dem Gottesdienste nicht folgen Ürnn. Meine Eltern haben mich darin! nicht unterrichten lassen. (Solches Bedauern über Unkenntnis des Hebräischen hört man des öfteren.) Das Hamburger Israelitische Faunlienhlatt brachte jüngstdie zu Trauer stimmende ^kachricht: von 6 jüdischen Soldaten, die anläßlich der Vereidigung dem Sabbatgottesdichste teilnehmen durlten, konnte keiner die Brocho über die Thora sagen. Von emigen Männern aus dem Verein zur Abwehr des Antisemitismus ist vor kurzem ein Aufsatz als Aufklärungsschrift für die Gebildeten unter den Christen empfohlen worden. In diesem geht ein I>r. S. mit einer fast verächtlichen Bemerkung über Wert und Bedeutung des Hebräischen hinweg. Ja, wpllen denn wirklich größere Kreise der Jiidcnheit auf unsere heilige Spnche im Gottesdienste verzichten? Wir hoffen von dem lebendigen jüdischen Gefühl unserer Männtr und Frauen, daß ihnen die hebräischen Laute unserer Gebete noch Pas Herz zu bewegen ver-

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