Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 6/7 (1916)
- Issue
- 2 (15.8.1916)
- Date
- 1916-08-15
- Page
- Seite 42 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/4926451-6352293-6352409--1137-4927243- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 42 — j Feibgebanken. Nicht öcfi Kämpfern mit der Waffe geben wir im folgenden das Wort, sondern den Kämpfern des Geistes, die wie die große Zahl jener gleich zju Anfaitg des Krieges freiwillig hinausgezogen sind, mn in religiöser! und in allgemein menschlicher Beziehung den jüdischen Loldaten Hält und Stitbc zn fein. Wir haben unsere Feldrabbinec äufgefordcrt, uns anS der Fülle ihrer Eindrücke und Erlebnisse etwasmitzuteilen. Vielleicht erscheinen manchem solch ethische Betrachtungen. wie sie »>ls Antwoitcn eingcgangen sind, müßig in dieser Zeit der barten Notwendigkeiten, in der die Tat alles, das Wort -nichts gilt! Tür »ins erhalten aber diese Worte dadurch besonderen Wert, das; me von Männern ausgehen. die tagtäglich mit der großen Masse der jüdischem Loldaten in engster Beziehung stellen. Ihre aufopsernngsvolle Tätigklüt füllet üe an alle Teile her Front, zu allen Truppeugaitünaeii. zn den Kämpfenden wie zii den Verwundeten, nnd auch niit den Angehörigen manches Loldaten treten sie in Verbindung. Lie und Mithandelnde und Betrachter zugleich nnd wissen, wie unsere Loldaten empfinden. Tie Forderungen, die sie für die Zukunft erhehen. sind deni fruchtbaren Boden her unmittelbaren (Gegenwart entiproiien.! lügend, sei ftolz! Eine ^Naliiiuug ans drin Felde voii Feldrobb^ner I»r. Loli L'ooi (91. C.Af. 10). Alte nnd Junge tragen dfs Kaisers Rock. Und alle tun sie ihre Pflicht, jeder in seinem Kreiße, jeder auf seine Weise. Und unsere jüdischen Männer und Jünglinge sind mitten drin. Ta habe ich manchem zngesehen und manchem zngchört und manchem ins Auge geschaut. Und ick glaube, etrms Neues und Lckiöncs bricht sich Bahn inmitten unserer jüdischen Jugend in ihrem Tun und in ihrem Blick. Wohl eine Frucht des Krieges, wir sollten sie sorgsam hüten auch für die Zeit nach dem Kriege: unsere Jugend wird st o l z. Auch früher gab's Ltolz: da war jene ncrvgcjpannte Zurückweinmg aüs deni Empfinden heraus, man werde doch nicht geachtet, doch nickt anerk amt, und stumm in sich gekehrt zog man einen Kreis um sich. Ter Ltolz der Gebeugten und Ausgcichiedcnen: der Ltolz des Unglücks. Tann gab's einen Ltolz unter Inden, den häßlichen des liebermi,t-?. der ipottete und spöttelte, in Ueberbebnng Erhabenes medcrzog: der Ltolz des Tünkels. Jetzt kam die Zeit der gleichen großen Tat. Lie schuf has Lchöne. Ten schönen Ltolz trug früher der Alte nur zur Lchau, der auf ein Lebenswerk ielbstgeung blicken und weisen konnte, und der die Ucberzengung seines W e r t e s an^ dem Tasein seines Werkes schöpfte und gei'eit war gegen den-Pfeil der Nichtachtung und »ngebeugt: in Stadt und Land erkämpfte dieser südöckie Ltolz der Alten sich schließ-