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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1916-06-15 · 1 (15.6.1916) · p. Seite 29

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
6/7 (1916)
Issue
1 (15.6.1916)
Date
1916-06-15
Page
Seite 29 (sequence 31)
Language
German
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— 29 — Wichtigkeit. Sic Winter , wechseln Elberfeld-Barmen. Beim Erscheinen de r so sehr vermißten „Mitteilungen" will auch der Jüdische Jugcndverein Elberfeld-Barmen es nicht ver- 'äumen, einen kürzen Rückblick über seine Kricgstätigkeit zu geben. Wie überall ruhte auch hier in den ersten vier Wochen des Krieges die Vcreinsarbeit vollständig. Dann begann aus den Kreisen der Mitglieder heraus der Wunsch nach einem Wiederaufleben der Tätigkeit rege zu werden. Wir entschlossen uns Daraufhin, einen Versuch zv machen, und — um es kurz zu sagest — trotz bfcr großen Schwierigkeiten (der Vorstand konnte nur provisorisch zusammengesetzt werden, die Mitgüedcrzahl verminderte sich sehr, da nacheinander 26 Herren zu den Fah ien gerufen wurden) war der Wiederaufnahme unserer Tätigkeit ein voller Erfolg bcfchieden. Die' Beteiligung an allen Veranstaltungen war überaus befriedigend. — Bemerken müssen wir, daß wir in der glücklichen Lage sind, ein eigenes Pcreinslokal zu besitzen^ Die Räume stehen un eren Mitgliedern joden Abend zur Verfügung, Woselbst Tageszeitungen: das „Hamburger Familcnblatt", die „Jüdische Rundschau", das „Liberale Judentum", „Kölner Gemchndeblatt", der „Israelit" und verschiedene Fachzeitschriften sowie Unterhaltungsspiele jeder Art, nicht zu vergessen eine reichhaltige Bibliothek, zu finden sind. — Der Vebein als solcher kommt joden Mittwoch und Freitag abend. zusammen. Jeder zweite Mittwoeh- und Freitag-Abend trägt den Stempel erhöhter Wichtigkeit. Tic Freitag-Abende werden neben dem geselligen Teil durch eine religiöse Ansprache von berufener Seite besonders gewürdigt. Im Freitag-Abende werden neben dem geselligen Teil durch an den Mittwoch - Abenden neben größeren Vorträgen Diskussionen nelst kleineren Referaten, letztere auch aus dem Kreise unsrer jürgercn Mitglieder gehalten, ab. Daneben arbeitet die während des Krieges ins Leben gerufene Rkädchengruppc mit vollem Eifer. Ihre Mitglieder kommen jeden znciten Montag-Abend regelmäßig und vollzählig' zusammen. — Nich unerwähnt wollen wir die Tnrnabende und Wanderungen lassen, welche unter gut:: Beteiligung stattfandcn. Als besondere Veranstaltungen sind ei rige UnterÜaltungs - Nachmittage zu Ehren unserer verwundeten Krieger hervorzuheben.. Die in den hiesigen Lazaretten sich befindenden jüdischen Krieger tberden öfters von den Mitgliedern der Mädchengruppe besucht. Ten Mitgliedern draußen im Felde beweisen wir unser treues Gedenken durch Mitteilungen von unserem Treiben in der Heimat und durch Zusendung kleiner Liebesgaben. Mit den Nachbarvereinen stehen wir durch Austausch der Einladungen Sen Veranstaltungen in Verbindung. — An Arbeitsmöglichkeiten fehlt cs also unseren Jugendvcreincn in keiner Weise, und möchten wir darum zum Schlüsse noch den Wunsch aussprechen, daß in den Vereinen, in welchen die Arbeit noch nicht wieder ausgenommen wurde, dies jn Bälde geschehe. Ist cS doch hier eine Pflicht der weibli $cn Juäend. dorr, wo d i e in ä n n l > ch e n Mitglieder sonnst die Führ:r waren, tatkräftig mit einzugreifcn. Essen-Ruhr. Als im Lause des Krieges immer mehr männliche Mitglieder unseres Vereins ei «gezogen wurdenhielten wir cs nicht nur. aus praktischen Gründest für unsere oberste Pflicht, gerade jetzt unsere weiblichen Mitglieder in eine! besondere Gruppe zusammcnzuschließcn. ^Handelte es sich doch darum, daß in diesen fchivcrcn Tagen auch unsere jüd'ischc weibliche Jugend den Ernst der Zeit erfaßte und fvtudigcn Herzens gerade jetzt sich in all die Fragen vertiefte, die das Lebens der modernen Jüdin erfüllen. Nach monatelangcst Verhandlungen, nach Ueberwindung recht großer Schwierigkeiten kam es im November 1915; zur Gründungsversammlung, in der vor einem Zuhorerkreis von ca. 350 Personen auf unsere Einladung die Vorsitzende des jüdischen Frauenbundes, Fräulein Berta. Pappenheim aus Frstnrsurt a. M.. über „Weibliche Jugendpflege"

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