Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 6/7 (1916)
- Issue
- 1 (15.6.1916)
- Date
- 1916-06-15
- Page
- Seite 30 (sequence 32)
- Language
- German
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! — 30 — ipracfi. skit 100 aktiven Mitgliedern begann die Gruppe sofort ibre Tätigkeit. Bisher der Jugeirdvereinsbeivegnng ganz fernstehende Kreise unserer Gemeinde nahmen sich mit bewundernswertem Eifer der neuen Bewegung an und halsen wacker mit. Die Gruppe wird von jungen Mädchen selbständig geleitet, denen ein Beirat von erfahrenen Damen zur Leite steht. Die jungs Bereinigung betrachtete es von vornherein als ihre Hauptaufgabe, ihre Mitglieder in alle in das Interessengebiet der jüdischen Frau fallenden Fragen winzuführen. Größere Vortragsabende fanden statt, denen Diskussionsabcnde folgten. so war der Monat Januar 1016 z. B. staatsbürgerlichen und sozialen fragen (Vorträge: Rechtsanwalt r. He!rzscld „Einführung in die Staatsbürgerkunde". Ni eck l s p n w a l t r. Rosenberg „D e r Deutsche R e i ch s t a g"'. der Mpnat Februar jüdischen fragen gewidmet (Rabbiner T>r. s g m uel : Mose im Urteil der Neuzeit, Zbklus von :i Vorträgeni, während im März zeitgeschichtliche und fragen praktischer Natur zur Besprechung kamen, i st r a u iU c u b c ck : „D a s junge M ä d - ch ni d ij r G egen >v a r t in Poesie und W i r k l i ch k e i t", st r a u I > r m (m1. Levn ,.H 0 g i e n c der Frau'. Id r. Alexander, Krefeld, „Zur E st j u d e n f r a g e"). Ein musikalisch-rczitatorischer Abend zum Besten des Kricgsliebesdienstes sowie jetzt im sommer gemeinsame Wanderungen und Turnabendc sollen der Erholung der Mitglieder dienen. Wenn auch bei iveitem nicht alle Wünsche, die wir bei Gründung der Gruppe hegken, in Erfüllung gingen, so hoffen wir doch, dah im kommcndcn Winter — hoffentlich in. glücklicher Friedenszeit — die Arbeit mit irischen Kräficn wieder aufgcnommcn werden kann. Bor allem soll dann außer den oben genannten Gebieten aus hauswirtschaftlickic Erziehung Werl gelegt werden. Ncbfn dieser Gruppe arbeitete dann vom Beginn des Krieges an nach' Möglichkeit unser Gesamtvercin. Größere Vortragsabende fanden statt, die sämtlich sehr gut besucht waren (Rechtsanwalt Abel „Die deutsch e n I u d c n und der Krieg", unser Ehrenvorsitzender Rabbiner l>r. samuel „Religion und Kultur" und „Untere geistige R ü sr u n g", Pr. Alerandcr . Krefeld, „K ricg und Völkerrecht"». Das HauptgcwickN aber legten wir gerade in dieser Kriegszeit auf eine besonders feierliche Ausgestaltung unserer alle 14 Tage stattsindendcn 1 Freitag-Abende (Heim-Abende>, die eine große Anziehungskraft ausübten. jFan immer waren es 80—100 Personen, die an solchen Abenden dem abtvechselungsreichen. dem Ernst der Zeit entsprechenden Programm lauschten. Nack dem Weihegebet eine kurze religiöse Ansprache; Rezitationen und Gesangsvorträge von seiten unserer Mitglieder oder von schauspielern des biefigcn Theaters. An einem dieser Freitag-Abende erfreute uns der ge- . iamte spnagogenchor durch seine geradezu hervorragenden Darbietungen. ,— Als Vorort des Rheinisch-Westfälischen Vczirtsvcrbandcs Jüdischer Jugendvereine hielt unser Verein es für eine seiner wichtigsten Aufgaben. ' neues Leben in die kleineren Vereine zu bringen. Auf einer Delegicrlcnragung unseres BezirksverbandeS im August 101ä kamen wir über die Mlctcl und Wege überein, die uns bei der Wiederaufnahme der Arbeit leiten sollten. Hand in Hand mit unserem Nachbarverbande gelang cs. mehrere Vereine, die infolge der Ungunst der Verhältnisse ihre Tätigkeir hatten einstellcn müssen, zu neuer Blüte zu bringen. Do herrscht jetzt z. B. in Bochum, Ebcrhaiiscn, Haml>orn, Herne eine emsige Tätigkeit. Unter der zielbcwtlßkcn Leitung, ganz lxnonders von langen Mädchen, die mit ihrer ganzen Kraft und mit lebhaftem Interesse in dieser schweren Zeit für die jüdische! Fugendvereinssache arbeiten, wurde selbst in kleineren Vereinen ganz Hervorragendes geleistet. In allen diesen Vereinen wechselten größere Vorträge ab mit Heimabenden. P. L.