Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 6/7 (1916)
- Issue
- 1 (15.6.1916)
- Date
- 1916-06-15
- Page
- Seite 21 (sequence 23)
- Language
- German
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Kaum ein vollen Sabbat Pracht —\ da l den Garttn sein den Weg fcinci» strebungen, von Grundsätzen, in zujaminensührt« Gemeinschaft, ir halber Mond ist es her — es war -an einem Wunderslachmittag, der Frühling prangte in herrlichster Handelte ich stundenlang Arm in Arm mit ihm durch ps Hauses. In wundervoller Offenheit legte er inir Lebens dar, erzählte inir von seinen geistigen Bedem Emporblühen seines Geschäftes, von den sozialen denen er für seine Angestellten sorgte. Und dann erhob sich, das Gespräch zu dem, was uns immer und immer wieder die Sorge um die Entwicklung unserer jüdischen tsbesondcre ihrer Jugend. Ich berichtete ihm von den schönen Hoffnungen, die uns drauzen in den ersten Tagen der Begeisterung a rfgegangen waren, ich oerhehlte ihm nicht die Enttäuschungen, dic wir erleben wußten. Z! ls ich das Wort Enttäuschung aussprach,: da iccktc sich Siegfried Brians prächtige Gestalt empor und mit glüheiüen Worten warf er wir Zaghaftigkeit, Mutlosigkeit vcr: mit Hochscr Eindringlichkeit, gleichsam als ob er unsere Bewegung noch ei imal segnen wolle, rief! er mir zu: ,,Was kümmert es Euch, ob!es et>i>as mehr oder wenige^ Antisemitismus gibt, wenn Ihr nur sicher in Euch selbst: seid: sucht Eure »traft in Euch selbst." In unvergeßlicher Weise legale er mst noch einmal dar, .-wie alle Arbeit an der jüdischen Gemeinde nutzsjos sei, wenn sie nicht getragen werde von der Begeisterung und dem Verständnis der Heranwachsenden Generation. Er schloß mit den Worten: „Ter Jugend verband soll u n s immer e t w a §j $ c i 1 i fl c ä bleibe n/ Als ich auch von ihm jtrenn c, war mein Wut geho len, denn er war ein Mann, der stets von ne icw den Glafiben an öic Menschheit wiedergab. Sollen wii aw der Bahre eines solchen Mannes weinen-, klagen? Nein, wie wol cn stolz sein. baß wir 'eine Freunde waren, ihn beneiden ob der!l>arnionie seines Lebens. Tiefer Mann ist bis zur letzten Slunde j ein Jugendlicher gewesen. Bis zur letzten Stunde blieb er ein gesjtig Strebender. Gibt je* ein schöneres Los? An Heiner Bahre, Siegscied Briipn, gelobe ich im Namen der Bewegung, die iiu mit geschaffen hast, 'laß wir bis zum letzten Atemzug eintreten tterd.en für die Würde des jüdischen Namens. Wir geloben, mit dar gleichen Selbstkritik und Bescheidenheit, die den »kern deiües Wesens bildetcj unsere Bewegung weiter zu fördern. Wir werden uns bemühen, gleich dir, unseren Geist nicht in enge Schablonen einpressen zu lassm. Wir wollen so arbeiten, daß^ou uns von dort .oben Mt der gleichen Güte tzulächeln darfst, wie. einst iw Leben, f I j Wenst ich asi dieser Stätte ruhen 1^1 der schönsten Zierden meines Siegfried Brünij. Und unsere erde, so soll man mir als eine Lebens nstchfagen: Ich war dein Freund, Bewegung, die du durch tätige Fürsorge gefördert hast -r sie ist geadelt worden! durch deine Liebe.