Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 6/7 (1916)
- Issue
- 1 (15.6.1916)
- Date
- 1916-06-15
- Page
- Seite 9 (sequence 11)
- Language
- German
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— 9 flrbei Von Dr. K u r t A I c r z ii d e r . ckrefelü. rljilöcrmui jcincr Neiso on. die Auto» Fe»drich fnfet in der Westfront fcim: Eindrücke znsonnncn in die Worte: „Tie Tentschen sind die Schosser!" In diesem Ausspruch liegt die Lösung des -deutschen Nötsels. Nicht mühselige, iinfiolie Arbeit hoben wir geleistet, sondern wir zeichneten uns in dieser! üriegszeit und immer durch ein totenfrohes Schaffen au's. Mon hätte jo meinen können, dotz dos Grauen vor d!ein, was do draußen sich obipielt, unsere Hände gelähmt und unsere Arbeitsfreude eistickt-hätte. Doch! nie sind die Kräfte oller mehr onsgennvt worden rls in diesen Togen: nie ist hier im Londe emsiger, unermüdlicher, z! llbewntzter geschosst worden ols henke. Wir reden so viel von nnse> er mustergültigen Organisation und wissen dabei nicht immer recht, »>os wir unter diesem Begriff zu verstehen hoben. Vielleicht ober foii len mir'ihn bezeichnen als den g e eint e n Willen ) e r G e s o in t H e i t zur A r b e i t. Ten Willen zur Arbeit spüren wir auch in der jüdischen Be-' wegnng. Es gibt sicherlich viele, die ich gerade hier durch diele Regsonikeit in Erstounen setzen lassen. Und monchem mag sie sogar mißfallen. Ten Tronin von einem Ausgleich oller konfessionellen Gegensätze Hoben wir seit »riegsbeg nn ivohl olle einmal geträumt. Wenn auch nur ganz wenige Tagender Wochen. Die nackten Tot-, fachen mutzten leider allzu bald di<f die sie sehen wollten — und dos dürfte glücklicherweise doch die Mehrzahl fein —7 überzeuge», dotz die Stunde, in der die Menschen jiijnt mehr noch ihrer Uonfessionczngehörigkeit gewertet werden, noch nicht geschlagen hotte. - Tonnt ergab sich schon einmal die Notwendigkeit unserer Arbeit. Aber darüber hinaus: wir sind und bleiben hoch schließlich nicht nur deshalb Inden, weil wir Angriffe, die siaj. gegen uns richten,! obznwchren hoben. Unser Judentum ist doch nicht ein zufällig in nüserem Besitz befindliches Gut, dos wir hüten, w lange mon es uns streitig macht, dos zu beachten-sich ober erübrigt, wenn mon ilns seinetwegen in Frieden läßt. Wir wollen doch Juden sein ans innerster Ueberzcugung und wir wollen uns doch allezeit gleich stolz und gleich freudig zum Judentum bekennen. Und da lasse ich mir, ollen Skiptikern zum Trotz, den Glauben nicht nehmen, dotz gerade hier in eine tiefgehende Wandlung sich vorbereitet: die.Erdiesen Tagen kenntnis bricht sich Bahn, dotz unsere Zugehörigkeit zlini. Judentum gleichgeseht werden mutz mit dem bewußten Bekenntnis zu ihm. Noch cininol sei es ausgesprochen: wic!leben in einer Zeit der V e r j n n g u n g ,^d e r Erneuerung des I u d e n tn ni s. Tie Erneuerung ober gebiert ols die große Tot die Arbeit für dos, Judentum. Die Ernci erung des Judentums Jugend. Jngctld ist am ehesten onpa wird den nein n Geist, der heute unsere Geincinschoft wieder belebt, schnellstens erkennen und ihn sich zu eigen machen. Toinit aber ist die Gewähr gegeben, daß in der kommen )cn Epoche durch die Erneuerung unserer Tage lauernde Werke geschahen werden. mutz ousgehen von der jüdischen snngs- und aufnahmefähig. Sie