Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 6/7 (1916)
- Issue
- 1 (15.6.1916)
- Date
- 1916-06-15
- Page
- Seite 8 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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— 8 — mcntiert cs sich jetzt viel stärker in dem Verantwortlichkeitsgcfühle der Mitglieder füreinander, in dem Streben nach innerer Freiheit, nach Vorurteilslosigkeit und unbedingter Wabrbaftigkeit. Selbstverständlich haben nicht alle Vereine diese Entwicklung gleichmäßig durchgemacht: auch das Arbeitsprogramm der einzelnen Vereine ist sehr verschieden. Trotzdem bietet der Verband im ganzen das Bild großer Einheitlichkeit. Das ist nicht nur der verhältnismäßig gleichförmigen sozialen Struktur der Juden zu danken. Es ist geschaffen durch bewußtes Wirken der Leitung. Tiefe hat von Anfang an die Jugendbewegung als etwas Trganifches aufgefaßt und hat stets den; Standpunkt vertreten, daß alle Ideen Zeit und .Raum haben müßten, um ansreiien zu können. Tie Bewegung sollte möglichst weit auslhden und alle iireifte anzicben: aber trotzdem sollte der Zusammenhang nicht nur ein formaler sein. Turch eine starke persönliche Fühlungnahme der Verbandsleitung mit allen über ganz Teutschland verbreiteten Vereinen (ermöglicht durch eine unermüdliche Neisclätigkcit), durch die Aussprache der Mitglieder untereinander auf häufigen Telcgierten- und Bczirkstagungen, durch Erörterung aller grundlegenden Fragen im Verbandsorgane. soll jedem Mitarbeiter die Möglichkeit gegeben werden, das ganze Arbeitsgebiet zu übersehen. Tie Gegensätze sollen sich ohne Aufgcben einer Besonderheit ansgleichcn. Wenn S o m ö a r t s Ansicht richtig wäre, daß der Jude keinen Sinn hat für das Lebendige, für das organisch >-> Gewordene, das natürlich Gewachsene — dänn wäre die jüdische Jugendbewegung ilirem Wesen nach unjüdisch. > I