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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1916-06-15 · 1 (15.6.1916) · p. Seite 7

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
6/7 (1916)
Issue
1 (15.6.1916)
Date
1916-06-15
Page
Seite 7 (sequence 9)
Language
German
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bauen, aber doch verhältnismäßig ziemlich bedeutend. Von. Einfluß ist auch die starke Wanderbewegung der Juden von dem. Lande in die Stadt. Tie Mitglieder der JiPcndvcrcine in den größeren' Städten sind zum großen Teile nicht ortsgebürtig. Sie sind zwar' vielfach mit ihren Familien zugezogen, aber es fehlen ihnen die Svielnnd Schnlgenossen aus der Kindheit. Turch diese Zusammensetzung der Mitglieder unterscheidet sich die jüdische Jugendbewegung von der jungen freideutschen. Tiefe erstrebt allerdings auch eine Erfassung der nichtakademischen Jugend,, aber sic muh in bewußter Arbeit langsam schaffen, was sich in der jüdischen Jugendbewegung von selbst ergeben hat. Im Kerne aber stimmen diese beiden Bewegungen überein: der Zweck der Arbeit ist die Persönlichkeitsentwicklung. Tic jüdische Jugendbewegung ist die ältere — und hat dieses Ziel aus sich selbst heraus entwickelt. Tie „politischen" Vereine mußten dahin kommen, weil eine soziale Selbsterziehung, wenn sic keiner bestimmten Partei dient, gar keinen anderen Inhalt haben kann. Unzweifelhaft aber ist durch die Ausprägung dieser Gedanken in der freideutschen Jugendbewegung diese Entwicklung in den jüdischen Jugendvereinen ganz außerordentlich stark gefördert worden. Nach wie vor steht im Mittelpunkte die Erziehung zum Judentum. Aber diese ist nicht Selbstzweck, sondern sie beruht auf der Einsicht, daß in der Bestärkung der Treue zur angestamnitetz Gemeinschaft, in der Verpflichtung, sich mit dem Wesen des Judentums auseinanderzusetzen, eine, starke persönlichkeitsbildende Macht enthalten ist. In dem idealen Streben des jungen Juden muß — grade in dem Alter, in deni die Weltanschauung sich bildet — dem Judentum ein gebührender Platz angewiesen werden, wenn die Er-, ziehung nicht unvollständig sein soll und Konflikte vermieden werden sollen. ( - Entsprechend der Mitgliedschaft erweitert sich das Tätigkeitsgebiet. Ter allgemeinen Bildung, der staatsbürgerlichen Erziehung, der körperlichen Ausbildung, aber auch der Erholung und der fröhlichen Geselligkeit wird breiter Raum gewährt. Soziale Einrichtungen werden geschaffen. Die Vereine nehmen sich besonders der Ortsfremden an. Schließlich kommt durch Einbeziehung der Land- . fügend und der Jugendlichen unter 18 Jahren eine Schicht hinzu, die gar nicht die Reise und Vorbildnsig für die „Selbsterziehung" hat und sozialer Pflege bedarf. Tiefe soziale Arbeit unterscheidet sich von der älteren dadurch, . daß sie nicht von einer Klasse für eine andere geleistet wird, sondern daß sich — infolge einer ausgeprägten Kameradschaftlichkeit — der Aeltere für den Jüngeren, der Stärkere für den Schwächeren einsetzt. * Und während ursprünglich das Charakteristikum der' „Jugendbewegung" viel mehr darin la^ daß die Jugend ihr Recht, der Unabhängigkeit gegenüber ds»r älteren Generation betonte, doku-

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