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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1914-08-01 · 8 (1.8.1914) · p. Seite 207

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
5 (1914)
Issue
8 (1.8.1914)
Date
1914-08-01
Page
Seite 207 (sequence 11)
Language
German
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\ .1 — 207 — Berlin: chaftlichen Lage kommt lüdische Angestellte. Unter dem Thema: „Wirtschaftliche Röte der Deutschen Juden" schreibt in Nr. 27 des! Hamburger Israelitischen Familienklattes ein Mitglied des Berliner Jugei^dbundes, Herr Louis Gutmanr Ausgehend! von der allgemeinen schweren wirts der Verfasser auf die Arbeitslosigkeit im Handelchiewerbe und auf die Schwierigkeit d:r in diesem Gewerbe, tätigen deutschen Juden, Arbeit zu finden. Nach tcr Feststellung, daß bei Staatsbetrieben bereits das Shstem herrscht, nur Nichtjuden anzustellen, wird beklagt, daiß die Mehrzahl der nicht jüdischen Chefs in Privatbetrieben, in Handelsuiti» Jndustrie-Organisatio nen, oftmals, trotz jüdischer Direktoren und Aufsicht! ganz oder nur nnen sehr geringen Prozentsatz einfteilen. Auch die Annon cen in den Tageszeitungen und der Fachpresse, so^ar in ~5cn sogenannten Judenblätter», wie das Berliner Tageblatt, bestätigen diese antisemitische Praxis. Durch die Zentralisation der Betriebe, d werdende Aussicht, einmal selbständig zu werden, w Angestellten imjner größer werden, da ein Teil d>j denen noch Jud^n durch Protektion usw. unterkamen, durch Besitzwechsel in andere Hände ging. Dieser Boykott sei kein relig öser. sondern richte sieb gegen die jüdische Stammesangehörigkeit. Die jüdische!» Kaufleute folgen leider oft diesem wie durch Stellenvermittlungsbureaus bekannt, lege! darauf, ihr Pevsonal jpdenrein zu halten. Unter die Not der Juden und auch ihre Kriminalität ninr Trotz des guten Arbeitens der Wohltätigkeits-J genug tun, um alle Not zu lindeAi, und können sich ^iese'auch unnwglich mit allen Fällen befassen. Hier müßte die jüdische ^effentlichkeit eingreisen und vorbeugend! der Not entgegenwirken. Wenn büch viele Firmen schon aus religiöse» Gründen jüdische Angestellte anstelleiiß so wäre es Pflicht der rch die immer weniger ed die Not des jüdischen heutigen Betriebe, in wenig schönen Beispiel; auch sie oftmals Wert lesen Umständen steigt , *' t zu. itute können diese nicht jüdischen Kaufleüte, so lange der geschilderte Zustand ber zu . bevorzugen. Der Centralverein deutscher | Glaubens macht bereits in seiner Zeitschrift diese anti besteht, jüdische Betver- Staatsbürger' jüdischen semitischen Firmen dem jüdischen Publikum bekannt, er muß aber, um erfolgreicher arbeiten zu können, mehr Fühlung mit den Kreisen der HandelsangestellteN haben. Dringend notwendig ist die Selbstwehr durch eine- Organisation der jüdischen Angestellten, die die Angehörigen dieses Stammes ■ vereinigen und ihre wirtschaftliche! Position verbessern soll. Der Verein soll in keiner Weise die Mitglicdschast der jüdischen Angestellten in paritätischen Fachverein gungen hindern und muß in Verbindung mit analogen Organisationen in anderen Ländern, wo Juden wohnen, seine Wirksamkeit erstrecken. Die Stellenvermittlung dieses Vereins würde ein Gegengewicht gegen die Bohkottierung der jüdischen Angestellten bieten. Da jüdische Organisationen und jüdische Firmen sich an ihn zwecks Beschaffung von Verwalt stngSbeamten und Angestellten wenden würden. Auch für die Besetzung tz^r^Stellungen im Aus-

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