Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 5 (1914)
- Issue
- 8 (1.8.1914)
- Date
- 1914-08-01
- Page
- Seite 202 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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— 202 — beweglici-en Geiste Der LstjuDcn eine ungeheuere Spannkraft, Die heute auf Den mannic fachsten Gebieten fortwirkt und schafft, verlieh; namentlich aber auch nicht, daß er eine Art Wechsel auf Die religiöse Zukunft vorstellt. '* Bei Der großen 4 eDeutung Der religiösen Formen in Der Oekonomie Des religiösen Lebms Der LsttjuDen, ist es felbftverstänDlich, Daß Die Bücher, in Denen Diese Formen beschrieben, erklärt unD koDifiziert sinD, unD Deren stuDium übrigens selbst religiöse Pflicht ist. Die GrunDlage Der nationalen BilDmig, unD Darum eine Der HauptgrnnDlagen Der nationalen Kultur ülDen. Eie haben Das ostjüDische Menschenmaterial im wesentlicien bestimmt, selbst Der EhassiDismus, Der auf Das GefetzesstuDium nicht Den ausichlaggebenDen Wert legte, wie Die gegnerischen Gläubigen, war nicht imstanDe, hier wesentliche AenDerungcn bervorzubringen. IlnD, abgesehen von allerradikalsten nationalistischen nnD sozialistischen Programmen, rechne» auch Die moDernen ostjüDische» schulbestrebungen in beträchtlichem Maße mit Der national-religiösen Literatur, znniinDest als wichtigem BestanDteil Der nationalen Erziehung. Eine selbswerstänDliche Folge Des im Volte verbreiteten biblischen nnD talmnDischen Wissens war seit jeher Die ebenso verbreitete größere oDer geringere stenntnis Der sprachen, in Denen Die betreffenDen Werke abgefaßt-.finD, Des Hebräischen nnD noch mehr Des Aramäischen. Als Dann Die sogenannte „Haskoloh" «Aufklärnngsbewegnng) auf neue geistige Betätigungen, Das starte jüDifche Milien zugleich aber auch .■in Den 'eigenen stnltnrkreis als BetätignngsfelD verwies, konnten namentlich ans Den Reiben Derjenigen. Denen Das GesehesstnDinm einzige Lebensaufgabe ipar. »nd-Die Daher Die sprachen Der Gesetze be- 'onDers gut verstau De». Leute hervorgehen. Die eine Periode weltlicher hebräischer Literatur einleiteten. UnD heute gibt es bei Den DstjuDen nnD rast nur bei ihnen — anßer einer hebräischen Journalistik 'inebrere Tageszeitungen, Wochenblätter unD Monatsschriften) — eine beträchtliche bebräii'clije' Publizistik nnD wissenschaftliche Literatur, vor allem aber esne hebräische schöne Literatur, Die ans WürDigung Anspruch erheben Darf.' Fbr beDentenDsler Vertreter, Eli. AL B i ä l i k, Der »iit seinem echtes, imD leiDenichastlichen Pathos, wenigstens Dichterisch. an Die Propheten erinnert, sei hier besonders hervorgehoben. Allerdinsts verfügen Die Masten Derjenigen Leser, Die auch für andere als religibnsgesetzliche Dingo sinn haben, schließlich Doch über ,» geringe lsebräisciiä sprachkenntistste, um hebräische Zeitungen und Bücher lesen zu könisen. nnD Die neue hebräische Literatur ist Deshalb nur ans verhältnismäßig kleine .streife beschränkt. Von einen, regulären Gewröchenwerhen Des Hebräischen kann, selbst bei Den Hebräisch VerstebenDeii. schon gjar nicht Die Rede sein. Dagegen gibt es auch eine neuere jüDishe spräche, Das jiddische, Die im MunDe Der ganzen ostiüDischen Mjllioneiiniasse lebt. Die ebenso Uebersetznngssprache Der heiiigen nnD rfligionsgesetzlichen Bücher, wie Den weitesten streifen zu-' gängliche Schriftsprache für neue Literatur'ist, nnD Die jetzt auch unter Den wenigen (in Rußland vier) Prozenten AnDerssprechenDer, namentlich unter Dm Intelligenzlern, Eroberungen macht. -Die extremen ..Hebraisteng. in ihrem stampfe gegen Die „FiDDischjsten", behaupten