Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 5 (1914)
- Issue
- 5 (1.5.1914)
- Date
- 1914-05-01
- Page
- Seite 153 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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- 153 — BczirkSverband in Frankfurt a. M. einschreiben lasten, da dieser Verein rcsp. . Verband bei geringerem Beitrage größere Vorteile zu bieten verspricht. To stellen sich besonders die Kosten für auswärtige Redner durch die günstigere Lage Frankfurts für uns wesentlich billiger. Wie alljährlich so war auch das Stiftungsfest 1913 recht gut besucht. Der Abend verlief auf das schönste und brachte dem Verein neue Freunde. — Zum Schluß seien noch die finanziellen Verhältnisse des Vereins erwähnt, die sich erfreulicherweise merklich gebessert haben. Am 31. Dezember betrug der Vermögensbestand des Vereins 123,24 Mark. Der Betrag ist auf dev hiesigen Sparkasse verzinslich angelegt. In dem angegebenen Bermögensbestande ist der Reservefonds, der aus.Rücklagen der eingehenden Mitgliederbeiträge gebildet wird, einbegriffen. Er betrug am 31. Dezember 30 Mark. — Im Vereinsjahre 1913 betrug die Mitgliederzahl 57 Personen. Ausgetreten sind 16/ neu eingetreten 19 Personen. Solingen. Das abgelaufene Geschäftsjahr des Jüdischen Jugendvereins für Solingen und Umgebung zeigte vor allem einen tieferen inneren Ausbau des Vereinslebens, wenn auch ein Fortschritt in der Mitgliederzahl infolge des Stagniercns der hiesigen jüdischen Bevölkerung nicht zu verzeichnen war. 'Es fanden 9 größere Vorträge statt, und zwar sprachen 1. Herr Rabbiner Dr. Reumark-Duisburg über „Die Wundererzählungen der Bibel"; 2. Frl. Margarete Rosenbaum-Solingen über „Das Leben Gabriel Rießers"; 3. Herr Referendar Adler-Cöln über „Die Blutbeschuldigung"; 4. Herr Rabbinats-Kandchat B. Lange-Eharlottenburg über „Das Judentum und die Messianologie"; Herr Oberkantor H. Zivi-Elberfeld über „Ursprung und Entwicklung der jüdischen Musik"; 6. Herr Rechtsanwalt Dr. Ist Kahn-Eöln über „Die Zukunft der deutschen Juden. Aufstieg oder Abstieg?"; 7. Frl. Anna Hirsch-Aachen über „Die Mode und ihre Bedeutung für den Verbrauch"; 8. Herr Rabhiner fc>r. Earo-Eöln über „Hundert Jahre Emanzipationskämpfe der deutschen Juden"; 9. Herr Schriftsteller Alfred Rosenthal-Düsseldorf über „Detlev von Lilicncron". Außerdem bot Herr Alfred Schmitz-Eöln einen wohlgeluiigenen Rezitationsabend. Ferner wurden im Winterhalbjahr ein Buchführungskursüs bei einem Diplom-Handelslehrer und ein englischer und französischer Sprach- ' kursus in dcr^Berlitz School zu sehr mäßigen Preisen veranstqltet; die Teil- _ »ahme war gut, die Kurse fanden allgemeinen Anklang. Großer Wert wurde auf die Vergrößerung der Bibliothek gelegt, die bereits 120 Bände aus allen Gobieten jüdischen Geisteslebens umfaßt. Infolge ungünstiger Lokalverhältniffck fanden die jeden Freitag stattfindenden Heimabende leider nur geringen Zuspruch; sie sollen jedoch in der Erkenntnis, daß. ihr Blühen ein wesentlicher ' Förderungsfaktor der Jugendbewegung ist, im kommenden- Jahre weiter auSgebaut werden. An Sonntagnachmittagen wurden achtmal-Wanderungen veranstaltet. Es fand außerdem eine Sedcrfeier statt und ein wohlgelungenes Sommcrfest sowie ein vorzüglich arrangierter Purimball bildeten die gesellschaftlichen Veranstaltungen mit je 80 Besucher». Tiefes gesamte Programm konnte der Verein, trotzdem er fast täglich auf seine Mitgliederbeiträge ange-. wiesen ist, zur Ausführung bringen und obwohl eine vor mehreren Monaten cingereichte Eingabe an die hiesige Synagogen?Gemeinde um finanzielle Beihilfe leider bisher unbeantwortet geblieben ist. Nichtsdestoweniger wollen wir hoffen, daß der ideale Grundgedanke unserer Bestrebungen weiter im Verein blühen und auch reale Fortschritte im Interesse der. Erstarkung des Judentums in unserer Gemeinde zeitigen wird, in der Erwartung, daß die bisher noch ab- ' seits hebenden Gesellschaftskreise auch aktiv an unserem Vereinsldben teilnehmcn werden. Dr. G. Plauen. Alle Veranstaltungen unseres Vereins im verflossenen Jahre waren von der Grundabsicht geleitet, das jüdische Wissen unserer Mitglieder zu mehren und ihre tägliche Lebensführung in jüdisch-religiösem Sinne zu beeinflussen. Von unseren ordentlichen Mitgliedern fordern wir die gegenseitige