Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 5 (1914)
- Issue
- 5 (1.5.1914)
- Date
- 1914-05-01
- Page
- Seite 148 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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1 IN — war. Eines Tages um für den Labat etwaszu verdienen. 5ieden gute Jalire. Bon I. L. Perez. In T urbin lebt^ ejinst ein Lastträger namens tajnd er ans dem Markte und Tewje, der sehr arm blickte sich nach Arbeit um. Es war ai einem Donnerstag und Tewje hatte kein Geld, Einkäufe zu machen. Es »ir aber nirgends feine Augen.zum und die »inderckien und so erhob der Lastträger Himmel und flehte um Hilfe, damit er, fein Weib am Labbat nicht H inger leiden sollten. Ta zog ihn jcm md beim Rock, und als er sich! umblickte, gewahrte er einen Jäger, der ihn in deutscher Sprache also änsprach: „Höre, Tewje, di - find sieben gute Jahre bestimmt, sieben Jahre voll Reichtum, Glüc und Legen. Wenn du willst, können die sieben guten Jahre noch beute beginnen, und bevor noch die Lonne untcrgebt, wirst du ganz rurbin mit deinem Geldc kaufen können, aber nach diesen sieben Jahren wirst du wieder ein armer Mann. Tie gute geiegnete Zeit kann aber — wenn du willst — auch zu Ende deines Gebens kommen und du kannst als der reichste Mann aißs dem Zteben scheiden." Ter Ireuide w>t,r der Prophet Elias, dek sich als Jager verkleidet hatte. Ter Zlastträzer aber meinte, das; er einen einfachen jZanberer vor sich habe, und so antwortete er: „Mein lieber Herr, mich lagt in Ruhe, denn ich bin ein armer Teu. fei. Ich babe nicht einmal Geld fiir die Labbatcinkäuse und ich werde Eure Mühe und Eare girten Ratschläge nicht bezahlen können." Ter Iremdc aber ließ nicht von ihm. Er wiederholte seine Worte ein paarmal, bis sich Tewje mit dem Gedanken befreundete. „Wißt Ihr nni^" erwiderte er. „Wenn Ihr es wirklich ernst mit mir meint, jo muß ich Euch sagen, daß ich mich in allem mit ineinem Wejbe Lerel beratr. Ich kann Euch, bevor ich mit meinem Weibe geiprockien. keine rid tige Antwort geben." Taranf erwiderte der Ircnide. daß es sehr vernünftig sei, sich bei der Irgu immer » at zu bolen. Er solle doc^i gleich zu ihr gehen und ihr den Iall erzäl teil. Tewje blickte äch nach allen Leiten »m, und da es nichts zu tun für! ihn gab, sagte n sich, daß er den Weg »ach Hause riskieren könnte. Lo machte er sich gleich auf den Weg. ’ Ter Träger wohnte in einer Lehmhütte in der Vorstadt, wo das freie Ield begann Als Lerel ihren Mann durch die offene Tür er-> blickte, lief sie ihm freudig entgegen, doch er rief ihr zu: „Ich bringe dlr kein Geld. Lerel, denn Gott hat mir heute keinen Verdienst beschert, d^sür aber hat mich ein merkwürdiger Mann ausgesucht." Er wie'ei holte ihr die Worte des Iremden und erbat sich einen Rat von jhi. Toch Lerel riej, ohne erst lange zu überlegen: Lag' dem -Herrn, daß die. sieben guten Jahre noch heute beginnen sollen. „Aber nach s der guten Zeit w leben."- wendete 3 ctsen Jahren werden ntir wieder arm sein und nach rü es uns sehr schwer fallen, wieder im Elend zu ei^iwcin.