Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 5 (1914)
- Issue
- 5 (1.5.1914)
- Date
- 1914-05-01
- Page
- Seite 149 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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„Mach' dir keine Gedanken, sondern nimm,, was inan dir gibt und dank' dein lieben Gott dafür." erwiderte Lerel. „Lieh, inan hat heute die Kinder aus dein Cheder geschickt, weil wir das Lehrgeld nicht bezahlen konnten." Tewje eilte gleich auf den Markt und erklärte dein Fremden, daß die sieben guten Jahre gleich jetzt beginnen sollten. „Ueberleg' es dir gut," sagte der^Jäger. „Jetzt bist du ein kräftiger Mann und kannst verdienen, aber dann wirst du die Strapazen nicht mehr so gut ertragen können." Tewje Wie: i „Mein Weib will es so haben. Erstens sagt sie. sollen wir dem lieben Gott für alles Grite, das er uns heut : beschert, danken, uiid uns für später feine sorgen machen, und.dann will der Leherer die Kin.der nicht mehr l nterrichten, weil wir ihn nicht bezahlen können." ' „Wenn es so ist, dann geh' nur na h Hause," erwiderteder fremde, „hievor du die Ztube betrittst, bist du ein reicher Mann.' Tewje wollte noch etwas fragen, aber der Jäger war schwunden. Der Träger ging also nach Hause. Vor spielten die Kinder im Land, doch als er näher trat, crk es kein Land, sonder» pures Gold war. ftiir den Trä nun die sielen guten, glücklichen Jahre. r Die Ze t jagt dahin und die sieben guten Jahre warben gar schnell vorüber. Ei res Tages kauf nun der Jäger zu Tewje und daß sein gagzes Geld ain Vorabend verfchlvinden werde. Doch Tewje stand aus dein Markte wie vor sieben Jahren, hatte sein Trägevgeivand an und wartete auf Astbeit. Und Tewje erwiderte: „Zagt das meinem Weibc^ denn sie. hat das Geld während der ganzen Zeit verwaltet." Tie beiden gingen nun in die Vorstadt, denis Tenije wdhnte iniiner nocki in der alten Lehmhütte auf dem freien Felde. Serel stand vor der Tür und war ärmlich gekleidet: nur ihr Gesicht strahlte. > . Ter Jäger sagte ihr nun, daß die sieben guten Jahre vorüber seien, aber Lercl erwiderte, daß die gute Zeit bei ihnen noch gar nicht begonnen habe. Das Geld hätten sie nie als ihr Eigentum betrachtest „denn nur das, was ein Mensch durch seine Arbeit verdient, ist sein Eigentum. Ein Reichtum aber, der einem hiühclos in den Lchoß fällt, ist nur dazu bestimmt, die Not der Armen zu lindern." Lo habe sie esdie ganze Zeit gehalten, und wenn Gott jetzt für sein Geld einen besseren Verwalter wüßte, dann sei sie geifn bereit, es zurückzugeben. Als der Prophet Elias diese Worte hotte, verschwand er und legte den Fall dem höchsten Richter vor. Gott ^äber wußte keinen besseren plötzlich verseiner Hütte rnnte er, daß zer begannen erklärte ibin. Verwalter für das Geld als Tewje und se :n Weib, und so durften sie. den Schatz weiter bewachen Lebensende. * und sie whreu glücklich bis an ihr Diese kleine Erzählung' haben nur einer Getthobuch" erschienenen Laininlnng cheransg Verlag. Georg Müller, München» entnoin» ivärinstens empfehlen. 2ie wird an manchem Dienste leisten. Wir »vcrden noch einige > sprechung folgen lassen. soeben unter dein Titel „Tas elgeben von '.'lrtdnr Landsberger gen. die wir allen Vereinen Heim- und Freitagabend gute ifcitere Proben und eine Be-