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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1914-05-01 · 5 (1.5.1914) · p. Seite 146

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
5 (1914)
Issue
5 (1.5.1914)
Date
1914-05-01
Page
Seite 146 (sequence 18)
Language
German
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jiotiücnbigcn Bau auftüimcn zu sehen. Es andere, Fernstehende sehen machen, dazu reicht der Raum, )en mir diese Blätter osscn stellte», nicht aus. Ich muß mich also beschränken/und werde versuchen, die Spannweite der in Achcr wirkenden Emanrtion jüdischen Schöpferkraft an dem Anekdotischen feines Lebens fühlen z i lassen. Auf der Grenzschciic zwischen dem jüdischen Lasten und dem westlichen Judentum, zu Wien, ist Nathan Birnbaum am 16. Mai 1864 (10. Fjar 5624), ein Kind osljüdischer Eltern, geboren, seine fugend war beherrscht durch weftjüdische und deutsihöslcrreschische Einflüsse. Noch ein Jüngling, auf des Gymnasiums, . fand Birnbaum damals Mitwelt unverständliche Worte von der selbst- .voheitsrechten der jüdischen Art, und warb. den lebte» Miaue» schon stolze, seiner Herrlichkeit "und den lebhaft für den dete er 18*2 nationalen Gedanken. Als' Achtzehnjähriger gründie erste Bereinigung jüdischer Studenten, die vei Fahre darauf begann er die Zeitschrift „Selbst- Wicncr „Kadimah"; zi emanzipation" herausziugeben, die, mit -Unterbrechungen, bis in die Mitte der neunziger Fahre hinein erschienen ist. Ten Abschluß dieser erste» durchaus zionistischen Periode stellt die Schrift: „Tie nationale Wiedergeburt des j i d i s ch c n Volkes in seinem Lande" > Wien 1898i dar. Unschwer er 'ennt man, ivie hier der zionistische Gedanke weit mehr aus Ewigkeitsgesichtsp inktcn und unvergleichlich geistiger, jüdischer entwickelt wird als 10 und 15 Fahre später (da Birnbaum längst schon diesem abstrakt nationalistischen Tente» abgeschworen hatte) vom organisierten Zionismus. Ter Bortrag „Tic jüdische Moderne" ist dann 1896, nach verzls Auftreten, gehalten worden; er ist bereits geladen mit explosiver Skepsis, und allerortei stellen darin verraten es, daß der Autor das lebendige Volk weit greifbcrer und deutlicher als vordem erblickt, und in seinen abstrakt-theoretischen Anschauungen über die jüdische Frage ivankcnd lvurdc. Noch hält Birnbaum beim ersten Baseler Kongreß das Kulturreserat und zeichnet bis zum Fahre 1898 als Generalsekretär der zionistischen Partei — ■ bereits eine andere Straße. Tie führt ihn immer n äußerlichen Elend unendlichen und sprießenden, blühenden Breiten jü »scher Bolksgcgcnwart hinein, und entfernt ihn mehr und mehr den Engen der Partei. Um 1900 schon ist der Bruch offenkundig. Noch sucht Birnbaum in den kommenden fahren dem entwickelteren zionistische» Gedanken ein ui immerhin zentralen Platz in seiner Auffassung der jüdischen Frage zu bewahren, aber je näher er dem lebendigen Polkc uni so weniger ivjll es gelingen, schließlich schrumpft ihm die .aber innerlich geht c tiefer in die bei alle kommt. zionistische Lösung dc r jüdischen Frage zu einer untergeordneten, zu a u ch einer Angelegenheit jüdischen Äuslebens ein, die aber nie ans Kosten der zentralen jüdischen ositionen erledigt werden dürfe. i* ■ i'icie zweite vc uptperiode in Birnbaums schaffen läßt sich, anders als die erste, mir den, zur Not genügenden Behelf eines Wortes oder einer Formel nicht mehr charakterisieren; höchstens mag man sie negativ, als nicht zionistische gegen jem: abgrenzen, vier hätte nun die bisher nur skizzierende Tarskellung mit breit:n beschreibenden Strichen einzusttzen — aber der Raum ist beschränkt, und se steht sie fast hilflos vor der Fülle des von Birnbaum

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