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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1914-05-01 · 5 (1.5.1914) · p. Seite 144

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
5 (1914)
Issue
5 (1.5.1914)
Date
1914-05-01
Page
Seite 144 (sequence 16)
Language
German
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— 144 .stommunalwahlbecht einzelner' Staaten und auch bei Landeswahlen bereits eingesührt ist, gilt als ckist Fortschritt und vor allem als das einzige bekannte g e r e cfi t c Stiftern unji darum wird man das Vergeben der Berliner Gemeinde nur begrüßen können. Bon besonders bedeutsame» uitd aktuellem Interesse ans dem Gebiete des jüdischen Gemeindewes^ns ist der von neuem eingebrachte Antrag C a ssek-von Campe, der Staatsmittel zur Ilnterstügung notleidender jüdi- . scher Gemeinden verlangt; er ist bereitein der vorigen Session des Landtags veraten worden, gelangte aber damals nicht zurBeschlußfassung. Aber man erfuhr aus den parlamentarischen Crörternngen in der ,ünltus^,üommission, dag alle Parteien bis ijn die Reiben der Freikonservativen hinein, die Berechtigung der Forderung anerkannten und die Regierung Cinivendungen lediglich formaler Ratur erhob. Ten protestantischen wie katbolischen notleidenden .sttrchengemeindeiistellt der Staat ans seinen Mitteln, zu denen wir Fuden verhältnismäßig recht! viel beitragen, ansehnliche Beiträge zur Verfügung. Cs ist daher nur eine Forderung der Gerechtigkeit und der Gleichperechtiginig, dag auch die jüdischen Gemeinden, die Rot leiden, aus Staatsmitteln subventioniert iverden. Mit der andauernden .Konzentration der jüdischen Bevölkerung in den Großgenteinden. die vorzugsweise die kräftigsten Steuerzahler aus den Kleing^meinden ausnimmt, bat die Anzahl derjenigen Gemeinden, die aus' eigene» Mitteln nicht mehr imstande sind, Kultus und geordneten Religionsunterricht ansreckt zu erhalten, in erschreckendem Mage zugenomnieii. Ter Mnlhtc-tteni rsag ist in einzelnen jüdischen Gemeinden bis aus 4ä<) Prozent der staatlich veranschlagten Steuer gestiegen. Ter Teutsch-Fsraelitiidic Gemeiiidebund. zu dessen Ausgabeukreis die Ilnterstüpuiig solcher notleidendes jüdischen Cl-ingemeinden gehört, ist bei seinen schwachen, ihm für diesen Fiveck zur Verfügung gestellten Mitteln außerstande, den au ihn fort douernd derantretende i Ansprüchen zu entsprechen. Cr verwendet dafür alljährlich etwa 2- (HKI M ark, die nakürlich bei weitem nickt hiureicheu. Ter fortschrittliche Abg. Cassel und der Rationalliberale von Campe haben daher ihren Antrag erneuert, ttnd?s steht zu hoffen, dag Parteien wie Regierung sich der nsickt in die Gerechtigkeit der Forderung nickt entziehen und der Staat für bien Gemeinden ebenso wie für die christlichen kircheinen angemessenen Betrag aus seine» Mitteln bereitstellen wird. Tie Frage, iver die VerteilungSstelle an die einzelnen jüdischen Gemeinden sein-soll, t.ürd sich trog der Meitiungsverschiedetiheit, die darüber Lrtbodorie und den Liberalen bestehen und bereits in einer Cingabe der Lrithodorie an Parlament und Regierung ihren Ausdruck gesunden haben, aus dem Wege gütliche» llebereinlomiitens wohl lösen lassen. orge sein, ^nnädiit kommt es darauf an, dag erst die notleidenden jüdis lickten Gemeinschaften Tas kann eine später; einmal die Mittel bewilligt werden. A l b. Faeob n.

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