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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1914-05-01 · 5 (1.5.1914) · p. Seite 136

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
5 (1914)
Issue
5 (1.5.1914)
Date
1914-05-01
Page
Seite 136 (sequence 8)
Language
German
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scheint mir nicht nur ans ethischen, sondern alich ans sozialhygienischen Erwägungen die Stärkung des Gewissens Tp Sachen der serualetbik als der einzig verläßliche Weg, auf dein wir unsere jungen Freunde über gar manche Klippen im Leben vorsichtig hinweggeleiten. Diese Fragen sind für uns Hilden besonders brennend, — nicht weil wir etwa schlimmer wären als die anderen, sondern weil wir aus Gründen der selbst^rhaltung allen Anlaß haben, an der Hebung der Volksgeinndheit mit Hochdruck zu arbeiten und dann, — weil wir bess e r sein wollen und sollen als die anderen. Die Parole von der unbefleckten Flagge Norwegens, die einst der kraftstrotzende nordische Dichter Björnson für die Jugend seines Volkes ansgab, und die sie jubelnd ansgrifs und befolgte, — sollte sie nicht auch einen Widerhall in den Reihen der jüdischen Junginannschast wecken? Jüdische Jugend, wir ..präsentieren" Dir heute „die sittliche Forderung" der Reinheit im Tun und Denken, nimm sie zu Deinem und unserem Heile freudigen Willens entgegen! — Ich begnüge mich jedoch in dieser Frage, die ich unter dem Drange niederschmetternder Eindrücke, wie ich sie als Arft und Sozialpolitiker in den letzten Jahren erlebte, begreiflicherwei'e hier nur andeutungsweise behandeln konnte und mußte, nickt mit dieser „sittlichen Forderung". Ich verlange von der Verbandsleitung in Bälde Taten, die helfen sollen, gut zu machen, worin wir allzu lange säumig waren. In der Aprilnummer unserer „Mitteilungen" lesen wir.von einer ansehnlichen Stiftung der Großloge für Zwecke der .Eugenik, über deren Verwendungsweise unser Verband mitberaten darf. Nun denn, was könnte mehr den Bestrebungen der Eugenik el.tgegenkoniinen, als die Arbeit an der Gesunderhaltung unserer Jugend! Trum verwende inan wenigstens einen Teil der ausgesetzten suniuie zur Unterstützung von Jngendvereinen zu dein Behnfe, daß sie für ihre Bibliotheken Werke anschaffen, die in tak voller Weise urb über das serualproblem ausbreiten. *) Hindernisse hin- Jugend ertönte. Der Ruf „l',->- aspi-ra ad astral" („lieber rauh an zu den goldenen Gestirnen!") der oft schon der klinge auch iualpiend unseren junge» Bnndessrrnnden ius The. schwere Arbeit wird's noch kosten, bis wir den ho >en Idealen nabe gekommen sein werden, die uns als Juden, Deutschen, Kulturmen scheu vorschweben. Wir werden aber uni so leichter ens Ziel.gelangen, wenn wir das stärkende Bewußtsein gegenseitigen Rückhaltes, gemeinsanien Vorwärtsstrebens haben. Und darum — und dies sei mein letzter, aber sehnlicher Wunsch — möge mehr soli laritätsgefühl als *1 Zu empfehlen sind: Wege.ncr: „Wir jungen Männer", Björnson: ..Thomas Rcndalen" u>«d „Der Handschuh", Poppe: .. öelmuth Harringa" und .Urohg: „ftlderline".

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