Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 5 (1914)
- Issue
- 5 (1.5.1914)
- Date
- 1914-05-01
- Page
- Seite 135 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/4926451-6352291-6352380--0987-4927100- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
r Jugeudverbäude orhcifrfu*’ Logisveriuittlung, Bi?- •ftdicmicnrnttlmui: Aber große Schuld abzutragei!. ,(ri notheater, zu bewahre». Diese Einsicht führte ja in erster Reibe zur Gründung von Jugendvereinen »nd dringte immer stärker zui» Ausbau dieser Organisationen, zur Zentralisierung aller Einrichtungen, die der junge Jude zu seiner Höherentstiicklung bedarf, in unseren Vereinsräumen selbst: auch sind die meisten Vereine int Lause der lebten Jahre zu der Ueberzeugung gelangt für die ich wohl als einer der Erste» schon nor 7 Jahren eintrat, daß die Rücksicht auf die Forderungeu der Jugendpflege eine je nach den örtlichen Bedürfnissen abgestufte soziale Betätigung innerhalb de^ und zwar in Form von Wohnungs- resp. ratungsstunden, Rechtsschutz, Fürsorge fürchie eigentlich Jugendlichen ll I— 1(>jährigen) und die geistig Scbwächerien. neuerdings auch in (Gestalt von Beruisberatungsstelle» und Len aucki als Jugendpfleger haben wir noch eine die wiederum bedenklich angewachsen ist, ^veil wir das Endziel nicht scharf genug visierten. „Jugendpflege betvciben" bedeutet doch in letzter Linie, nicht nur für eine Masse jungt" Menschen Sorge tragen, sondern mit dem Auge des treu bewähr: i u (Härtners darüber , zu. wachen, daß das Jugendalter, die für ö;i! Leistungen des Menschen bedeutsamste Zeit, in Gesundheit, .(traft ind — Reinheit dahingehe, daß diese schönste Zeit des Menschenlebens recht lange währe. Gewiß, wir haben durch Errichtung von Turnlind Wanderriege» gar viel getan, um das junge Geschlecht zu stähle^ wir lassen von berufene: Seite auch Vorträge über .(ircyikheiten iijib ihre Verhütung halten. Allein, was taten wir bish^^ii» unsere Jugbiid auch in.„sittlicher Beziehung zu ertüchtigen und Z7i veredeln"! wie'es erst kürzlich wieder als unser Ziel bezeichnet wurde? Gewiß sind Gefühl für Ehre, Mut. Wahrheits- und Gerechtigkeitssinn, auf di s wir bei Erwähnung etbi scher Probleme gar manches Mal zu sprechen kommen, auch sittliche Werte im weitere» Sinne: doch für die?!.'Währung der Jugend vor vorzeitigem Altern, für die Verhütung dcs Verfalles unserer Volkskraft, der Volksdegeneration, find sie von geringer Bedeutung. Hier kommt einzig die Sittlichkeit im engeren Sinne in Frage, alles was sich »in die Begriffe Serualethik oder Gesck echtsmoral gruppiert: Ich weiß wohl, man spricht gelegentlich auch herüber zu unserer Jugend, aber mehr in dein Stile, daß man durch einen Arzt Furcht vor an-, steckenden .Krankheiten erregen läßt, als do; man das moralische Verantwortlichkeitsgefühl zu heben sucht. Fuilht ist zweifelsohne oftmals ausreichend, um vor der Berührung mil krank machenden Medien und damit vor der Krankheit selbst zu b< stiten. Aber wie leicht ist Furcht zu bannen, wie leicht läßt man sich wreden oder suggeriert sich selbst, daß nicht Zeder einer Gefahr erlieg, die er versuche. Darum