Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 5 (1914)
- Issue
- 4 (1.4.1914)
- Date
- 1914-04-01
- Page
- Seite 108 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/4926451-6352291-6352379--0959-4927073- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
echtes „Bohemeleben". Wir trockneten u starkem- Frohsinn wurde daraufhin abgeko Es waren herzlich tixttc iUenfchen, die izer <ht. im Schuhiverk, und , gern ihr Obdach in gewährten. _ zltach längerem Perlveilen gings über cctiiiüar. ein saubere», un Tale liegendes Dertcllen, nach Girkbauien, dem Endziel des 1. -rage», das wir abends um <> Uhr erreichten. Wir aßen, tranken und scherzt?» noch in gemütlichem Beisammensein, bis die Nacht ibr stecht von uns inzwischen müde gewordenen Wanderern forderte.; Alles am ersten Tage war sojschön, daß mir glücklich einschliefen. -!U Kilometer. i . ■ ' ag. Wir erwachten auch glücklich^ Es war ein schönes Bild, altz.wir morgens \n vielen Personen am .öaffcetisch saßen.!! Hür den zweiten Tag hatten ivir die Strecke t^irkhausen-zttiedersfeld znrückzulegen. Wir wußten, daß uns für beute manche Anstrengung winkte — aber was bot er uns auch Herrliches! Tie Tonne lachte vom Himmel: beite r war ne nnd wir, als wir ivanderten. Wer vermag die Gäfüble zu schildern, wenn man diele Schönheit genießt!! Bon den Bergen ging's zu den Tälern! und von den Tiefen wieder zu den Hoheit: jene zeigten des öfteren ihre jauchzenden Duellen und von den Bergen, besonders vom Baukops!(?-".! Meter> und Zwistberg 1743 Meter), hatten wir herrliche Aussicht: Bald lag die Landschaft wie ein Weißes Laken vor uns ansgebreitet, bald schimmerte sie in schön-dunklen narben. Man warf alles Schwere von sich, nnd fühlte sich in einer eigenen, freies Welt, Bon der Zwistmühle, die'tief verborgen im Tale liegt, ging'» über Neu-Astenberg. ^er Himmel batte überzogen — dann hingen mal wieder schi — ein herrliches Natttrspiel. Unterdessen hatten wir den .Wahlen Aslenberg ("S-K) Meter), dessen Höbe mir den niedlichsten Moosarte» bewachsen ist. erreicht. Hier stellt eihe Burg — der Phantasie ist sie die'Rnine eines alten Schlosses. Wir machten einige photographische ^Aufnahmen und bevor wir über Silbach nach Niedersfeld weiter marschierten., hielten wir ca. eine Stunde in einer kleinen Hütte, die den Sportler» als Erfrischungsstätte dient. Bon hier aus hatten wir einen wundervollen Anblick auf den Winterberger Skiplatz,! der über und über mit Schnee bedeckt war und aut welchem die Skiläufer ihre Spiele trieben: es sab mitunter gefährlich aus, wie üe iii vollem Schwung? den Abhang herunterglitten. Schon war cs spät! nachmittags geworden und wir hatten noch eine größere Strecke zurückzulegen. Bevor wir Silbach erreichten, gerieten wir wiederuin fn einen Rausch, denn die Natur bot seht noch nicht Gesehenes: Bon dem geheimnisvollen Dunkel der Tannen kamen wir in die Lichter der Sonne und ganz , plötzlich lag Silbach in den leuchtendsten Sonnensich mit einem rosigen Licht were Wolken mächtig herab