Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 5 (1914)
- Issue
- 4 (1.4.1914)
- Date
- 1914-04-01
- Page
- Seite 100 (sequence 4)
- Language
- German
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— 100 — einen Bewegung-Vorgang, der für den Lcdensprozeß unentbehrlich ist, und dennoch wird niemand ihn für eine' Lebenserscheinung halten, einfach audem Grlindc, weil der Blütenstaub bei der Bewegung sich passiv verhüll. . . . In der Aktivität — da steckt da- Nätscl des Lebens." So bat sich in der -modernen Biologie mehr und mehr die lieber zeugnng l>efestigl, daß da- Leben ein über ollen LLechanismus hinausliegendes llrpbänomen ist, dawir zwar in feinen Wirkungen mit den Mitteln der Wissenschaft erfassen können, daaber selbst gebeiinni-voll am lichten Tage sich de- Schleierniclit berauben laßt. lWeiteres bierzu iiebg v. Uerküll: „Innenwelt und Uutivelt ^er Tiere.") i^liich der Tarwinisinus war nicht imstande, die lstveüinäßigkeit und Zwccklätigkeit des Lebens in rein mechanistischer Weite zu er klären. Tag die Lebensformen einen inneren Zusammenhang bilden, und zivar einen Zujannnrnhang zeitlicher Art, das ahntjc man schon am Ende des achtzehnten Jahrhunderts und wüßte man veir Tarwin durch den französischen Naturforfctier Lamarct. Tas Neues was Tarwin brachte, war der Berinch, diese Evolution des Lebens ebne zwecktätige »räfrc begreiflich zu machen. Tarwin ging von des Analogie mit dem Züchter aus. Tiefer ist imstande, durch iortg^sevres »reuzen sorgfältig ansgewählter Eremplare innerhalb geivsiiet l^reuzen neue Abarten zu bilden. Was liier der Luchter N'atnr der Kampf ums Dasein vollbringen,. vollbringt,! das soll in der und zwar spll dieser .Kamps ums Tafein dadurch entstehen, das; immer iniebr Individuell eristieren als Nahrungsmittel volllanden und. Tiejenigen Individuen, die für diesen. .Kampf zufällig «in wenig besser ausgerüstet isnd. bleiben am Leben und können ihrclsirt fortieven. die andern beben zugrunde. Tenkt man sich diesen Prozeß durch viele Jahrtausende oder Zabrbunderltausende forlgeiMt, so soll ficlif daraus der Westoeprozeß unserer - Tierformen und ibrcr zweckmäßigeis Organiiation lerklären lasse», •vuorfd feiert den Kampf ums Tascfin als den grohen züchtenden l'iotk. der ohne Blau und Absicht ejbenfo neue formen schafft, wie es der Mensch init Pla i und Absicht tut. Bei diesem groben naiven Schema .ist die Haup sackte vergeffm worden: der Züchter kann nur dann eine neue Abart züchten, lvenn er alle Exemplare von der s- Kreuzung streng aussch^ießt, die nickt mit dem bestimmten Merkmal, J. das er züchten will, austzestattet sind. Eine derart strenge .streuzungsauslefe gibt es aber in der Natur »ickt. Man hat den Kampf ums Tasein Tinge tun lassen, die nur ein! intelligent answählender Mensch, aber nickt ein blindwirkendes Prinzip zu vollsühren imstande ist. _ Außerdem hat man nickt bedacht, j daß die erstaunlick ztvecktätigen Eigenscha-stdn des Lebens nickt erst bti den sogen, höheren Organismen im Kampfs ums Tascnn sich gebildet haben können, weil schon die kleinste Zelle alle übermaschinellen Eigenschaften der Orgänismen in der wunderbarsten Werse zeigt. übergehe die vielen erperimentellen und theoretischen lWiderleguncfen des Darwinismus — ich müßte sonst Seiten über Seiten füllen —i und verweise diejenigen, die sich genauer orientieren wollen über!diese -„englische Krankheit", wie man in biologischen Kreisen den Darwinismus genannt hat, aus die Werke von llerküll. Tziesch, EstistaP Wolfs, Henri Bergson (Schöpfe-