Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 5 (1914)
- Issue
- 3 (1.3.1914)
- Date
- 1914-03-01
- Page
- Seite 80 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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so aus unseren Gehilfenvereinen Männer für den Gemeindeverein zu er-. Hallen, wo sie sich in sozialer Arbeit betätigen sollen. In diesem Sinne wollen wir zu rechten Staatsbürgern erziehen. Meine jungen Freunde stehen als M tglieder des Gemeindevereins fast alle im Dienste der Wohlfahrt. Natürlich wollen wir „Freundschaft" auf das Wärmste pflegen. Wit wollen das geblieben fein, was wir in dem Lehrlingsverein waren und dort geworden find: treue Freunde fürs ganze kleben, die festes Vertrauen zueinander haben. Wir haben uns - gegenseitig sehr lieb, ich persönlich habe keine besseren Freunde als die aus unserem Gehilfenverein. Daher brauchen wir an unseren Abenden auch einen kleinen gesellschaftlichen Teil, vielleicht nur eine halbe Stunde. Auch für uns gilt: „Saure Wochen, frohe Feste; Tages Arbeit, abends Gäste." Diese halbe Stunde hat als gesellschaftliche Form die studentische Form, ohne wirklich das Strkdentenleben nachzuäffen. Auch beim vergnügten Teil wollen wir Ordnung haben. In 13 Jahren ist noch nicht ein--einziges Mal die'kleinste Ungezogenheit oder Angetrunkenheit vorgekommen. Unter 100 jungen Leuten itt nie bei solchen Gelegenheiten ein unpassendes Wort, gefallen, und glauben Sie mir, ich bin der verwöhnteste Mensch, verwöhnt durch meine jungen Freunde. Es must noch mehr geschehen, die Volkshochschule weiter auszubauen; vor allem muß gegen Phrasen gekämpft werden; wir müssen Kenntnisse geben auf allen Gebieten des Wissens. Es müssen besondere Häuser zur Verfügung stehen mit Lesezimmer, Speisesaal und auch einer Kantine. Es gibt nur ein Mittel, das Böse zu bekämpfen, das in die Stärkung des Guten. Es gilt nicht, das Böse immer wieder auszumalell, das macht ihm nur Reklame und regt oft nur zur Aus- ' fübrung des Bösen an. Vielmehr muß Gutes gegeben werden. Darum stärkt unsere Bestrebungen! Wir könnten die Lehrlingsvereine vielleicht bezählten Hilfskräften zur Leitung überlassen; das geht aber niemals bei den Gehilfmvereinen. i Nichts kann dem Bau der sittlich-religiösen Gemeinde so sehr dienen, als unsere Geh lfenvereine, weil aus ihnen Männer hervorgehen, die unsere heut ge Zeit mit ihren Nöten und Schäden, mit Streben und Hoffnung! n kennen, Männer, die fähig und bereit sind, mit-,»arbeiten, das; das „Gute wirke, wachse, fromme, das; der Tag der Edlen endlich komme".