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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1914-03-01 · 3 (1.3.1914) · p. Seite 79

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
5 (1914)
Issue
3 (1.3.1914)
Date
1914-03-01
Page
Seite 79 (sequence 15)
Language
German
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als solcher darf kein Kampfverein gegen den Alkohol sein! Es ist nichr seine Aufgabe, nicht sein Wesen. Er w i l l es gar nicht. Kann man ihm daraus einen Vorwurf niachen? — Die ernsten Vorträge sind schwer zu erhalten, schwerer lich bin ich kein Freund davon; jedoch sind noch die Debatten. Eigentich betrachte sie in unserm Verein nur als soweit erlaubt, als sie Fragen zur weiteren Vertiefung sind. Wie ich sage, soll unser Verein der iveginn einer Volkshochschule sein, und wenn wir in unseren jungen Jahren auf der Hochschule saßen, um durch Vorträge zu lernen, haben wir auch nianches so hinnehinen, müssen, ohne daß wir sofort kritisieren durften. Tie Diskussionen sind dazu da, etwas kennen zh lernen, nicht aber, daß der Einzelne seine Weisheit glänzen lassen Zoll. Man soll nur nicht die ernste Tugend, die Bescheidenheit, durh die erlaubte Debatte beeinträchtigen. Tst sind es itniner dieselben, die sich immer wieder zur Diskussion melden. Tie Tüchtigen sagen nichts, sie wollen erst selbst nachdh'nkenl und bitten oft erst nach vielen Tagen um Aufklärung. Das ipildy , „Jns-Blaue-Hinein"-Reden hat keinen Zweck. Es ist nicht nötig,; daß man den Gehilfen zu allen reifqn oder unreifen Kritiken die Erlaubnis . gibt. Es darf nicht sein, daß zum Schluß leere Phrase und Schlagwort recht behalten, und der große freie Vortrag,-den die Zuhörer mitnchinen wollten, hat seinen Eindruck verloren und manche sagen über den Vortrag, das sei ja nichts besonders Wertvolles gewesen. Natürlich ist das nicht immer and' nicht überall der Fall. Manchmal entstehen durch die Debatten schiefe Urteile, sd daß man eigentlich bei Adam und Eva wieder anfanken müßte, um über die Hohenstaufen wieder zur Sache und dann erst zur Aufklärung zu kommen.! Wir müssen den Vortrag, der ans Voraussetzung, Behauptung und Beweis bestehen muß. erst erfassen. — Es ist daher sehr schwer, die Debatte richtig zu leiten. Wir wollen lernen, auch durch Besichtigungen sozialer Ein» richtiingen. Auch sie sind rech überhaupt nur solche Einrichl sachkundiger Führung, unter schwierig. Ls gibt nicht vieles,'waß man zeigen kann, von dem man wirklich lernen könnte. Man a'olltv Hungen besichtigen unter Heranziehung wirklicher Einführung üt hie Sache. Wir dürfen nicht hingehcn, »kn die Neugier zu besried'tgech 'oder um eben etwas mitzumachen, sondern wieder nur, um wirklich en lernen. Vieles, das alle interessiert, gibt es nicht. a Unsere Gehilfenvereinc sollen auch keine Vergniiggugsvereine sei». Gewiß wollen wir dann und wann einmal ejn Vergnügen haben. Vielleicht^inmal im Sommer und einmal im sWinter, nnebr nicht. Diese Vergnügungen silnd schön, es wird auch getanzt uisd die Alten freuen sich mit den Jürgen. Wir müssen auch voithüteh. daß unsere Gehilfenvereine zu Stört- und Turnvereinen werden.! Das deutsche Turnen ist wundervoll, soll gepflegt werden, aber nicht in , so weitgehendem Maße, daß de!r Gehilfenverein schließlich nur Tsirnen treibt. Auch kein ästhetischer Verein wollen wir sein, .in dem ijumer die modernsten Zachen kritisi wt und gepflegt werden.! Ein Ziel, nicht eine Tendenz müssen di!e Gehilfenvereine haben; ein inneres Ziel, worauf wir hinausarbeiten, ist nicht nur erlaubt, ist sogar geboten; wir haben r ur das bescheidene, aber wertvolle'- Ziel,•

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