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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1914-03-01 · 3 (1.3.1914) · p. Seite 76

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
5 (1914)
Issue
3 (1.3.1914)
Date
1914-03-01
Page
Seite 76 (sequence 12)
Language
German
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76 — duii)'Tn öie Versammlung > der Gehilfen hineinwachjen. Ja, auch mein Gehilsenoerein ist nach nicht die »höchste 3tufe der Vollkommenheit", sondern erst der Gemcindeverein von 2t. Pauli. Ter hat die Ausgabe, mitzuwirken in der Gemeinde. So haben wir im Gehilsen-Berein wieder ein Ventil, wo wir die älteren, nun gar zu „gelehrten" Leute wieder los werden können, und können ihnen den Ehrgeiz ins Herz geben, später dem Gemeindevereui als Mitglied beitreten zu dürsen. 2o haben wir schon als Motiv der Treue den Wunsch, dem höheren Verein anzugehören. Nicht alle, die aus dem Lehrlingsverein ausrrelen, gehen in den Gehilsenverein über, es sind nur verhältnismäßig wenige; aber diese wenigen sind die besonders Begabten, und diesen wollen wir und können chir besonders viel sein. Tenn Begabung ist ein zweischneidiges 2chwert, sie kann zum 2cgen und zum Uniegen der einzelnen wie auch süt die Gesamtheit gereichen. Natürlich können die Gehilfen in den Lehr ingsverein kommen, und sie kommen, so datz oft recht viele von ihnen dort anwesend sind. Tann sind die Gehilfen die «alten Herren" des Lehrlingsvereins, und sie haben nichts zu lagen, sondern nur zu bemten. 2o bleiben in ihren Angelegenheiten Sie Lehrlinge die Herren, und die Gehilfen sind die Gäste und Besucher, als die sie sich ar ch zu benchinen. haben, In den 13 Vahren unseres Zusammenlebens haben sich die Gehilfen als Gäste der Lehrlinge auch stets nobel benommen und es ist nie eine Neiberei vorgekommen. Tie Gehilsenvereine wollen keiner Partei angehören, sondern' 'trollen ganz tendenzlos sein. Ter Abgeordnete Dr. Franck bat vor einiger Zeit im Abgeörd letenhausc bei einer Versammlung, die über „den Kamps um die Im end" beraten sollte, gesagt, es könne keine Jugendarbeit geben, die seine Tendenzen hätte. Tann aber, sage ich, bar-der Herr noch niemals geliebt und ist keinem ein Freund gewesen, denn beide: Liebe und Freundschaft kennen keine Tendenz; wo sie ver-s steckte Absichten haben, da sind sie eben nicht Freundschaft und Liebe. Weil wir aber unsere fügend über alles lieben und ihnen Freunde lein wollen, so haben wir keine besonderen Tendenzen und Absichten, keine genau gesteckten Ziele, aus die wir lostreiben. Vor allen Tingen pflegen wir keine Parteiangehörigkeit. weder.politisch noch kirchlich. Tarf ich mich gleich zu Anfang mit der Sozialdemokratie auseinandersetzen? dann ist man frei. Mag sse uns ein Gegner sein oder nicht, das kümmert uns wenig. Man kommt immer wieder zurück auf seine erste Liebe oder leinen ersten Haß. Wir wollen nicht immer gegen oder über die Sozialdemokratie reden, wir wollen aber erst recht nicht unsere Freunde für die Sozialdemokratie erziehen, das liegt uns ganz fern. Wir haben, weiß Gott, etwas Besseres und Wichtigeres zu tun, als immer nur gegen die Sozialdemokratie zu kämpfen. Die Sozialdemokratie ist ebm eine Begleiterscheinung unserer heutigen Uvirtschaftlichen Entwickelung. Sie kommt und geht, die Jugend aber bleibt, ist ein ewiges Gut. Tie Liebe zu der Jugend selbst treibt uns zu ihr. nicht die Fr rcht vor der Sozialdemokratie. Man tut ihr wirklich zu viel Ehre an wenn man immer wieder von ihr redet, und auf ihrer Seite kann man über allzu große Bescheidenheit nickt klagen. Dir sind vor ihnen niest bange, aber tun ihnen auch nichts. Wir

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