Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 5 (1914)
- Issue
- 3 (1.3.1914)
- Date
- 1914-03-01
- Page
- Seite 75 (sequence 11)
- Language
- German
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2ic Arbeit an den Gehilfen ist die Arbeit an den jungen Leuten, welche aufgehört haben, Lehrlinge zu sein,; oder Commis geworden sind Hamburg über 15 Jahre; ick keinem großen Lehrer übern jugendlichen Entwicklung als als das --tonfirmationsalter. ganz andere Stellung ein c — < o welche nunmehr Gesellen Ich habe weinen Gehilfen-Verein in habe die Art eit an den Gehilfen. von rbhmen können, habe Methode und ’ Anregung dazu aus mir selbst gc schöpft, sie ist stur etwas naturgemäß Gewordenes, aus Naturnotwend gkeit entstanden. Diese besondere Arbeit an der Jugend vom 18. bis S5. Lebensjahrs ist notwendig. Denn es gibt vielleicht kein fürs Mer schenleben entscheidenderes Alter in, der das 18. Jahr, Es ist oft entscheidender Gehilfen nehmen in der Großstadt eine!s die Lehrlinge, stehen gänzlich unalu bängig da, verdienen viel Ge d. Ta regen sch andere Kämpfe als im Leben der jungen Leute vom 14. bis 17. Jajre. Was unser» jungen Leuten oft noch fehlt, tritt m t allem Ernst, mit aller Schärfe und Bestimmtheit aus im Leben bei Gehilfen, namentlich Weltanschaüungs, fragen. Es macht sich die Sehnsucht nach Lösung von Lebensrätseln geltend; die Sehnsucht nach Aufklärungen, Vertiefung. und wissenschaftlicher Durchbildung. Es geht nach meir er besten Erfahrung nickt wobl an. daß^rkan die jungen Leute vom bä, bis 17. Jahr mit denen vom 18. bis 25. Lebensjahr n gleicher Wei e interessieren kg,iN. Ich glaube, daß ein Vortrag, eine Einwirkung, welche-den tiefsten Eindruck mäckt aus junge Leute Non :.4 bis 17 Jahren, fast spurlos 'an den älteren voxübergehen kann, rnd umgekehrt. Wir haben mit den jungen Gehilfen anders zu sprechen, als mit der jungen Lehrlingen, manckies, was diese nichts ängcht and nichts angehen soll. Und oft entstehen, dadurch große Unzuträglichkeiten, wenn ältere und jüngere Jahrgänge Zusammenkommen. Es kann sehr oft sein, daß die älteren herrschen wollen. Lbwohl agch sie noch nicht sittlich reif sind, wollen sie die Lehrgroßen Unzuträglichkeiten fühlen und fortbleiben. lingsiacbe mit leiten, so das; es leicht zu kommt, daß die Lehrlinge sch zurückgeseht wenn sie ihren Standpunkt zu energisch verieidigen, von den Gehilfen hinausgcwiesen werden. Es geht nicht wokl an, daß diese beiden Gruppen von jungen Leuten zusammenbleiben, denn wir müssen "für unsere Lehrlingsvereine ein Aentil nach oben haben, damit wir auch die. großen Scharen wieder lost werden könne r. Man muß nicht nur die Gabe haben, heranzuziohen, auch loszuwerd m. Man muß oft auch unter 'einen Freunden einmejl aufräumen, r nd es schadet nichts,-wenn es einmal heißt: Ter Mann muß hinaus! El muß für alle unsere jungen Freunde gelten: „Es bildet ein Charakter sich im Strom der Zeit". Wir wollen ihnen allen wohl Freunde sein aber keine männlichen Gouvernanten. Ich habe noch nie gesehen, daß eine Mutter die Gesundheit ihres Kindes festigte, indem sie w it dem Schal hinter , dem Kinde berlief. Auch muß man nicht zuviel tun und nicht zuviel, erziehen. nicht immer „schulmeistern" wollen. Man muß seinen Sagren ansstreuön und hoffen, daß er aufgehe, un > muß dann Platz macken für neue Scharen. I Wir müssen aber auch für unsere Jugendvereinsarbeit ein Streben haben; der Lehrlingsverein muß etwas haben, worauf er binaus will. Ein jeder Lehrling muß den Ehrgeiz ballen: Ich möchte nun