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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1914-03-01 · 3 (1.3.1914) · p. Seite 74

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
5 (1914)
Issue
3 (1.3.1914)
Date
1914-03-01
Page
Seite 74 (sequence 10)
Language
German
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74 Die Aufgaben des Geliüfenoereins Bon Pastor iSIcmciK- 2 cf) u [ fe , Hamburg. Vorwort: Den iiachftcbendcii '.'luffatz haben wir den „?.'i i t t c i l u n g c ir an d i e Mitglieder des Bundes deutscher Fugendvereine" entnominen. Er bildet einen Teil von einem Vorträge, den Pastor Clemens Schultz auf der lehren Tagung des Bundes gehalten hat. Warum er iiir unsere Leser iverrvoU ist, brauchen wir nictil auseinander zu setzen. Finden wir doch alle Probleme, die uns in unserer Arbeit bewcgeg, hier wieder. Für Orientierung ifci gesagt, daß der Bund deutscher Fugendvcrcine — der übrigens ick Gegensatz zu unserem Verband keine Bereinigung der Fugend selbst, sondern von Fugcndhelsern ist — auf frei evangelischer Grundlage arbeitet. Ec ist aus dem Lchrlingsverein des Pastor 2chultz in Hamburg-2t. Pauli entstanden. 1913 zahlte der Bund zirka 8700 Mitglieder in 138 Fugendvcreincn. '.Hier nicht nur um ünscrn Mitgliedern ein interessantes verwandtes 'Arbeitsgebiet zu zeigen, haben wir die Worte bcrgeietzt. 2ie sollen den Zweck versolnen, dem ivärmsten Fugendsrcund und genialen Pädagogen Elcmens Swultz, der am 13. Fanuar d. F. dahingegangen ist, auch bei uns ein Äenkinal zu setzen. 2o überzeugt Clemens 2chullz davon war, daß Erziehungsarbeit nicb: ohne Religiosität geleistet werden konnte, so fern war er von jeder Engherzigkeit und Fntcheranz. Ter „Hamburger Correspondcnr" erzählt in einem Erinnehungsblatt an Clemens Schultz: Alljährlich veranlaßtc er einen jüdischen Freund .Rabbiner Or. Leimdörfer, Hamburg«, in dem ihm unterstehenden Fugendvcrein. Gehilsenverein und Gemeindevcrein zu 2t. Pauli Borträge zur Belehrung über die jüdisch-religiöse Wissenschaft zu Hallen. Dr. Soimöörfcr behandelte hier auf Anregung von Pastor Sckmltzldie Tolcranzabschnitte der Genesis; die Provccbien Salomos; das Gleichnis und seine Poesie.; den Talmud, seinen Giist und seine Ethik. Tadurch, daß er Or. Leirndörser aus der Fülle s üner Sachkenntnis heraus diese Stoffe behandeln ließ, wirkte Pasto, Clemens Schultz in bestem 2inn für Toleranz. Und nach keinem Bortcag seines gelehrten jüdischen Freundes ließ er iich's nehmen, den christlichen Zöglingen und Bereinsmitgliedern einzuschärfen, daß sie Religion mit Humanitär verbinden und die gehörten Tbeoreinc im praktischen Leben verwirklichen sollten. Besonders interessant war cs, als einmal der jüdische Rabbiner auf Wunsch anwesender christlicher Theologen in seinem Talmud-Borrrag aus den aufgcschlagenen Traktaten und Foliobänden in bebräifchcr Sprache die Zitate vorbrachte, die sich auf die messianischen Fdeale der Mensckenverbrüdcrung durch Gotteserkenntnis und Liebeswerke bezogen. Ta erhob sich Clemens Schultz und rief begeistert in das Auditorium: „Werdet Fhr, meine Fungen, nach dieser Belehrung jemals das Borurteil in Euch nähren, der Talmud sei minderwertig in seiner Ethik, weil es Leute gibt, die auch nicht eine Zeile in ihm zu lesen vermögen?" Ein spontanes Rein!, folgte diesen Worten. des von seine» Hörern wie ein Prophet verebrtcn Pastors. Wie not täten solche Worte gerade jetzt in dieser Zeit der antise-- milifchen Fugendverhetzung! <7. B.

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