Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 5 (1914)
- Issue
- 3 (1.3.1914)
- Date
- 1914-03-01
- Page
- Seite 71 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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mangelnder Mut der Beleidigten oder ihrer Angehörigen und Furcht vor Nachteilen antisemitische Kränkungen sö^veigend ertragen laßt. Gerade hier kann nur.rücksichtsloses Vorgehen Besserung schaffen. Ta» hat sich z. B. auch stjets gezeigt, wenn einzelne Beamte oder Behörden sich Hinreitzen lietzen, in speziellen Fällen unser Recht zu verletzen. Ich erinnere an den F!all der jüdischen Medizinalpraktikanten, an die prinzipielle Ausschließung von jüdisären Schöffen und Gdfchworenen und anderes mehr.^ . In solchen Fällen wird zunächst versucht, durch Beschwerden im Instanzenwege Abhülfe zu schaffen. Mißlingt das, so bleibt nur die Flucht in die Tefsentlichkeit llprig, die oft auch durch parlamentarische Besprechungen wirksam angewandt worden ist. Sehr viel Mühe erfordert die Ztontrolle der in den Schulen und öffentlichen Bibliotheken benützten Bücher hinsichtlich ihres etwaigen antisemitischen Inhalts, und ioft ist "es schon gelungen, durch Vorstellungen bei den Verfassern oder Verlegern oder den sonst in Betracht kommenden Personen zu erzielen, -'atz die anstötzigen Stellen entfernt worden und, und so die Vorbereitung des Giftstoffes eingeschränkt wurde. Gerade hierbei ist es besonders nötig, datz jeder einzelne Jude durch Prüfung, Mitteilung, > Ausnutzung seiner Beziehungen Mitarbeiter, io gut er kann. Einen breiten Raum dieser Einzelarbeit nimmt auch die Schächtangelegenheit ein. Tenn wena auch die große Mehrzahl der deutschen Juden persönlich auf rituell geschlachtetes Fleisch verzichtet, so handelt es sich doch wieder um Angris' e auf jüdische Rechte und die Gewissensfreiheit von Juden. Ständig! und energische Abwehr durch Belehrungen, durch Sammlung von Gutachten wissenschaftlich bedeutender Personen. Vorstellungen bei den Behörden, parlamentarische Erörterungen usw. baden schon viel genützt. Bekanntlich gibt es nur noch wenige Städte, wo ein Schächtverbot iesteht, aber gerade in neuester Zeit find ivieder erneute Anstrengungen! gemacht worden, direkt oder indirekt das Schächten zu verhindern. Es jeitzt also, auch hier auf dem Posten fette Ter Haß der Antisemiter stellt un^ ... suchen sie sich jetzt der Jugendbewegung für i Was das beißt, liegt auf der Hand: es geht Taher ist der stampf im Wandervogel und satidnen gegenwärtig wohl dir wichtigste Aufg können, baden ivir uns be nüht, die gen Jugendbewegung zum Einschreiten gegen die zu bewegen. Noch ist die Sä lacht unentschiedl wahrscheinlich auch davon abhc^rgen, wie sich .Kampfe bewähren. \ s immer neue Aufgaben. So Zwecke zu bemächtigen, vielleicht um die Zukunft! ähnlichen Jugendorganiabe. und wo immer wir denkenden Führer der antisemitische Vergiftung en. ihr Ausgang wird einzelnen Juden in dem d«e Aus der Menge der Sorben, welche der Abwehrkampf mindern echt will, fei hier noch eine besprochen, die all rrdings bei weitem die schwierigste ist. ES ist die Frage, wie dem imrrer bedrohlicher werdenden wirtschaftlichen Antisemitismus zu begegnen Taß es mit der bloße r Veröfsentlichu welche jüdisches Personal nicks anstellen, nicki sei. ng derjenigen Geschäfte, abgetan ist, ist natürlich