Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 5 (1914)
- Issue
- 3 (1.3.1914)
- Date
- 1914-03-01
- Page
- Seite 67 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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— 67 — AussjMitungen und Angriffe unternahmen und noch heute jnit EnerM und gutem Erfolge führen. > Fierher zähle ich endlich auch trotz aller persönlicher Gegnerschaft gegen' den Zionismus die ihm anhängenden Vereine, soweit sie nicht - über der Idee eines Rationaljudentums das Interesse für das deutsche Vaterland und den von den deutschen Juden geführten schweren Kaisips um ihre Menschenrechte und Menschenwürde verloren haben. Tenn auch dieser Teil des Zionismus — er ist der weitaus größere — hat ebenso gut wie die anderen Vereinigungen wesentlich für die Erwecküngdes jiidifchen Mannesbewußtseins mitgewirkt und tut das noch, j In direktem Kampfe, d. h. als eigentliche Kampscsorganisatioisen^ treten Sem Antisemitismus gegenüber: der Verband deutscher Jochen, der Zentralverein deutscher S neuerdings der Reichsverband lichkcit Licht über den ethischen rechtigkeit unserer Ansprüche , sammlungen wohl den Vorwur ein schönes Feuerwerk, das ohne bestreiten, daß das öffentliche gezeichneter Männer für das aatsbürger jüdischen Glaubenst sind »eulscher Juden. >I Ter Verband deutscher Juten ist kein Verein, sondern eine Vertretung aller Juden. Er wil das durch ein ziemlich verwickeltes die Gemeinden, die großen Trgastimneii Ausschuß Zusammenwirken.! Er eranstaltet alle zwei Jahre nach Art der Katholikentage einen Judentag in verschiedenen großen. Städten und sucht dort durch»ausg'ewählte Vorträge apologetischer und politischer Natur in der Lessens- Gehalt unserer Religion und die Gex verbreiten. Man hat diesen -Vergemacht, daß sie nur „Parade" seien, nachhaltigen Eindruck verpasst. Wenn auch vielleicht etwas Wahres a r dieser Kritik ist, so ist doch nickt zu geineinsanie Eintreten so vieler austudentum und seine Rechte.sticht ohne Bedeutung für die Außenwelt ist, und vor allem aus uns selbst immer wieder anregend wirkt. Wichtiger allerdings ist die stille ^Tätigkeitdes Verbandes, der durch zahlloe Korrespondenzen und Sammlungen brauchbares Kampsmaterial zr sammenträgt (z. B. über die Beteiligung jüdischer Kriegelr an den Freiheitskriegen) und so schon wiederholt mit Erfolg bei gesetzgeberischen Maßnahmen zu unseren Gunsten eingegriffen hat. ' j lieber den zuletzt genanwen Reichsverband deutscher Juden ist nicht viel zu sagen. Er ist von den Zionisten gegen den Zentralerem gegründet worden, nachdem lestcrer durch.den bekannten Beschluß.die Scheidelinie zwischen sich mii den nationaljüdischen Zionistengezogen hat. i! Auch wer nicht Mitglied bU Zentralvereins ist, wird diese Siböp» sung bedaussrn müssen, weil sie die so dringend erforderliche Einigkeit im Kampfe gegen den übermächtigen Feind stört und damit die Stoßkraft unseres Vorgehens zu vermindern geeignet ist. Ter Reichsverband ist bisher außerdurch einige wohl mehr für die innere Agitation bestimmt gewesene Protestversammlungen während des Beilisprozesses qktiv kaum gegen die Antisemiten-ausgetreten, wenigstens ist davon in der Tcffentlichkeit nichts bemerkt worden.! 1 I 1* '