Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 5 (1914)
- Issue
- 3 (1.3.1914)
- Date
- 1914-03-01
- Page
- Seite 66 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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I — tiO \ l nun jagen: es gibt kaum noch Juden — sofern sie überhaupt noch jüdisch fühlen —, die nicht irgendwie mehr oder weniger Interesse an unserem Kampfe haben. Tieser Kamps, welcher anfangs regellos, je nach Neigung und Bedürfnis des Einzelnen, geführt wurde, zeigt gegenwärtig, nach Jahrzehnte langer Tauer, unverkennbar die Merkmale eines methodischen Borgebens, und diese Methode, so wie sie jetzt befolgt wird, einer näberen Prüfung zu unterwerfen, dürste — namentlich im Hinblick * mir inner jüdische-Iugend — keine überflüssige Mühe sein. Ta fragt es sich denn vorerst: wer sind die Kämpfer, die diesen Kamps ums Recht ausseckten? Tas; der Einzelne, so wichtig seine Mitwirkung als Teil eines Ganzen auch ist, wenig oder nichts ausrichten kann, war von Anfang an klar. Was will er denn tun, um die Verbreitung des Giftes zu hindern, das Taufende von Antisemiten unermüdlich in zahllosen Zeit- und Zlngschrifteü, durch Versammlungen und massenhafte Verleumdungen der Volksmenge Zufuhren? Er kann und soll sich wohl n'iannbast gegen Beleidigungen und Kränkungen wehren, die ihm persönlich von einem antisemitischen Gegner zugefügt sind, aber gegen die verderbliche Bewegung ist er ebenso machtlos wie ein einzelner Mann, der sich der Wucht eines zu Tal rasenden Gebirgsflnsses entgegenslemmeu ivollte. ..Bin ich allein, was bi» ich?" so fragt mit Recht der Talmud im Anschluß an das oben erwähnte Wort. Tarum wird der Kampf durch eine Reihe von Bereinigungen geführt. ivelche teils indirekt, teils direkt auf das erstrebte Endziel hinardeiten. üidirekt insocrn, als sie nicht eigentlich den Kampf gegen den Antisemitismus m f ihre fva^nen geschrieben haben, aber doch dieien Kamps dadurch, unterstützen, ja vielleicht entscheidend beeinflussen, das; ne ans oic einzelnen Personen im jüdischen Tinne einivirken und so Veit eigentlichen >iampforganisationeu das nötige Material, die Soldaten für ihren Krieg, liefern.. Tabin gehören int erster Zlinie die "iteraturvereine, ivelche ivohl die älteste Gründung in diesem Linne sind. Lie gchen von dem Grundsätze ans, das; Wissen Macht bedeute, und haben schon unendlich viel, für die Verbreitung der Kenntnis der jüdischen Geschichte, Wissenschaft. unft und Poesie getan. Temi'clben Ziele dienen ferner die unter den deutschen Inden bereits sehr verbreiteten i.'ogen des Trdens Bnee Britb, der neben anderen edlen Aufgaben auch die Pflege vaterländischer Gesinnung, kie Tclbstachtnng und das jüdische Empfinden seiner Angehörigen fördert, Hierher gehören weiter die jüdisck^n Ingendvereine —. akademische und nichtakademische —, deren Mitgliederzahl erfreulicherweise ständig wächst, und deren Unterstützung durch alle Juden gar nickt dringend genug empfohlen werden kann: beruht doch auf ihnen untere Hoffnung für die Zukunft. Tabci erfordert die Gerechtigkeit die sveststellung, das; es zuerst die jetzt im K. E. vereinigten jüdischen Ltndenten waren, ivelckc den gemeinsamen, planmäßigen »ampf gegen antisemitische