Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 5 (1914)
- Issue
- 3 (1.3.1914)
- Date
- 1914-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 85% known words query
- IRI
…/4926451-6352291-6352378--0914-4927028- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
$ / Milieihm^n1 des Verbandes der jüdischen; rluKndveieme Deutschlands lieft 3 Berlin, t. Iflärz 1914 5. Jaljrg. Unfer Rbroehrlumpf. Die Aufgaben bes Sehilfenvereins . . Unsere Sruppen für lugenbliche. . . Umschau: NUgemeine sugenbpflege: tiieraiur. ttteralur. Aus anberen Vrganisalienen: Erklärung bes geRtiSRsiüRrenben Russchusses ber Sroftloge . . . Inhalt: Seile bS „ 74 .. 81 SS eingegangene Sucher unb Schriften . Derbanbs-Rachrlchlen: Russchuft kürkSrperiiche lugenbpftege Rus unseren Dereinen . ... . Mitteilungen ber öeschSstssteile . . Derberer bes verbanbes ber jübischen sugenbuereine Deulschlanbs . . . DSrbererliste. Sqite SS ' 86 „ 87 jv 92 •.!„ 04 04! Unser Hbroelirkanipf.! Bon Justizrat' L a l i n g e r, Lppcln. .i i Als um die Mitte der achtjiger Jahre des vorigen Jahrhunderts der Antisemitismus anfing, in Deutschland seine Orgien zu feiern^ war vielfach unter der jüdischen Intelligenz die Ansicht ^vertreten, es handle sich um eine Kinderkrankheit des jungen Deutschen Reiches, die ebenso schnell verschwinden würde, wie sie entstanden war; man solle nur lnicht zuviel Aufhebens davon machen und sich als Juden 'möglichst zurückdaltend zeigen. Demgemäß ließ man die Sache gehen, wie sie whllte; man glaubte, den Antisemitismus dadurch zu töten, daß man! eine stattliche Zahl hochangesehener christlicher Männer zu einem ösfent-. lichen Protest veranlaßte und im Parlament eine Interpellation an die Regierung über ihre Stellung zur Judenfrage einbrachte^ j , Bald zeigten sich denn auch die Folgen einer solchen Voge'l-Stxauß- Politik zu unserem Schaden mit erschreckender Deutlichkeit: die Bewegung nahm einen reißenden Aufschwung: die Masse, durch "getvissenlose, vor keiner Lüge zurückschreckende Agitatoren Tag für Tag aufgehetzt, glaubte nur zu gerne, was.ohnedies ihrer angeborenes Abneigung gegen das Judentum, vielfach auch ihrem Konkurrenzneide, so sehr zusagte. . j . Da gingen den deutschen Juden die Augen auf. Man besann'sich darauf, daß der Kampf um das eigene Recht eine Ehren- und Sittlichkeitspflicht des. Menschen sei, und man dachte an die alte Talmudweisheit: „Sorg' ich nicht für mich/ wer sorgt für mich?" So fing denn die. Abwehr gegen die antisemitischen Angriffe, der Kampf um unsere Gleichberechtigung, an, zunächst von wenigen führenden Männern ausgehend, dann immer weitere Kreise erfassend. Heute kann, man »