Mannheim
Compact Memory

Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1914-02-01 · 2 (1.2.1914) · p. Seite 47

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
5 (1914)
Issue
2 (1.2.1914)
Date
1914-02-01
Page
Seite 47 (sequence 15)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
82% known words query
IRI
…/4926451-6352291-6352376--0895-4927010
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 47 p jcter. der :»> Vcicn (tcht. l££ ijt daber tcpr C ifianiintionen dafilr etntraten, tn» fcier eine;cf. C-r l'Cl -»ei ijlicb. tafo die jii» iilferunp des Weiche ffen mit. Ter Bundesrat teil biefen Perhällnisse»!Kcd)iuinn st N schert st" . gen im > b.n un lf 3 der neuen Voillage ul es die Scunta, stnbe gestatlei, dost di' am edlen streng feiernden Hilden am Sonntag einiste Stut.de» dinier gcfchloslenui diese na:e ifren idr jüdisches Personal bescl-äitigdu dürfen V^n soll'.e meinen, daß eielnerniist einen seden fvni,aibisct' l>erül'ri. Wen nef Mt; 2iton ive d. r Beratung dieses Gesetzentu nrns fetzte der V.jamvs gegen die Atisnlibme zugunsten der Juden ein, und er wurde immer schärfer, je mehr wir un ■ der Vepatiing im,;iieielie-trtrte niiberten. Selbstverständlich stand an der 2ritze i ieier egung der T ntscl'-uationale Hciudliin.'Sgehil-en-Veren. Er bat ja iiymer sten aitt die Juden bewiesen und er wurde seinen L-auptreiz e »büßen. wenn er sein in scheu Neigungen zurüctstelleil würde..Tiefe L rgauisalioit machte >>rcf:e mobil, als wenn s sich um e iie drobende Wcfcihr bandeln wurde, jte lat es wirkl.eh erreicht, das; viele Politiker sich die Scletiigründe gegenj Gesetz aneistiieten und von vornherein mit einem Vorurteil an die leraugiuge». Geradezu befchämend war die Beratung dieses Gesetzes im Reichstag«. I» zwei 2ttzv.nst.en beschäftigte sich die Gesetzgebung dam.t, und die Redner fast aller Parteien ergriffe» das Wort zur» Paragraphen 3. Tas V««r! vürl-tgste aber ist. daß wir erleben »iutzien, dass; die F'entrumspartei und die Sto iservative» sich hier liberaler erwiesen, als die Freisinnigen und dist»2cztai. kemokraten. Eianz konsequent vertrat der Redner d«s Zentrums den Siandpunkt der pefetzestrnien Judendeit. Auch der lonfervative Redner drückbe feine Snmpathie für diese Erleichterung zu Gunsten der religiöse» Juden aus. Die Raiioualliberalen zeigte» sich schwankend, und während der eine Redner der Partei für diesen Paragraphen sich! aussprach, bekämpfte ihn der andere »nrch viele Einwände. Tas Traurigste alser war die u.ue Erscheinung, daß der Vertreter des Fre sinns seine Bedenken! gegen dieses Gesetz äußerte. Bei den Sozialdemokrateii kann man es wenigstens psychologisch verliehen.' Sic sind Feinde aller Ausnahmen und sie wollen es »ich! verstehen, daß wir in di sein nisje ohne Ausnahmen nicht jerltg we den. daß unsere Antisemiten dieses Gesttz bcfeh-- den. Tie Feindselast gegen die Indien ist ja ihr Lebenselement, und sie w> rdew ihre ganze Vergangenbeii verleugnen, wenn sie .inmal sich zu einer gerechten Auffassung in jüdischen Fragen äufschwingeu könnten. Ter fromme sterr M n in in , der Schwiegersohn und geistige Erbe Stochers, spricht.zwar sehr gr» von Religiosität und christlicher Liehe. Wo es aber gilt, der Mutlerreligior des Lebe» voller Schwächen und Länder Auch das wird mau wohl begreife». Ehristentums gerecht zu werden, da keil auf. Tas alles kann man, wie gesagt, veilstehen. Unbegreiflich un! im höchsten Sinne befchäinend aber ist Bolkspartei diese Erleichterung als bekämpft. Tas Leben und feine der Abgeordnete Gunßer diese» mau wirklich nicht, ivaö man von s küntiiteru, was der Antisemitismus hört alle christliche Ltebe und all.' Frümmiges, wenn der Vertreter der Fortschrittlichen gefährliche Ausnahme kennzeichnet üti > sie Erscheinungen muß sich im Kopfe, dieses freisinnige» Politikers in einer ga tz eigenartigen Gestalt darstellen. JE!cnn Paragraphen 3 bedenklich findet/, so lveiß »item -Liberalismus halten soll. Seine Argumente wird man wvhl kaum ern t nehmen können. Wenn er den Antiseiiiiterr leine Rahrung geben möchte und laber diese Erleiciiteruiig für den' rvl g!ös er mit derselben Logik die Abschaffung der Eleichoerechiiguiig befürworten, un den Antisemiten allen Agtiatiousstoss zu nebmen. Eine gesunde liberale Politik muh den Weg der ertairnteir Wahrh it , geben und den sozialen Verhältnissi n Rechnung tragen, ohne sich darum zu bedazu sagen könnte.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.