Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 5 (1914)
- Issue
- 1 (1.1.1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 81% known words query
- IRI
…/4926451-6352291-6352375--0855-4926971- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
I — 8 — iutiron, die sie selber ungebeugten Hauptes tragt: sie tötet den ersten Bolen und vor der zweien Botsckafi rötet sie ib» und sieb, lieber ibrc Triebe bintveg spricht Graf Barbara die Grundworie der- Tramas: „Sckön tvar sie! — Lände. daß sich ihre »rast so spät erschloß. - - Ter dort liegt, tvar ihr Sehrt, nickt ick. Wir baden einen Tag versäumt an dem Gösckäft. zu dem wir auf der Welt sind. | Begrabt sic! lind wir woll'n zu Lckiffe geb'n." „Ter dort liegt, war ibr Ieind. nickt ick" ivcts uns entgcgensteht, reizt uns zur Betvegung. gibt Leben; was uns zu nab stekt, läßt uns bebarren, stilliteben. abstcrbeu. Nur Bewegung ist Leben, nur »amps ist Wii'uf, und Glückseligkeit ist der: Tod. Ter Ieind ist unter Bruder, und der Bruder ist unser Icind. seit den Epircinen zerstört sich das Leben; aber daß die crtrcmcn Naturen oftmals zugleick die reifsten, die döcksten. die edelsten sind, das »tackt das Wesen rter Tragödie aus. wie es sckon der Dickter der Pentbesilca gcfüblt. der Tickter dcF »andaules auspcsprocken bat. ' Wie die Iamilic Badoer aus dem Lelbstgenliß ibrcr edlen Vlrt tödlickes Girl saugen mt:ß. das ist eine Tragödie aber gegenüber stebt die Tragödie der Republik Venedig, die, um zu leben, ib.re vornehmsten Löbnc löten muß. wie jede menscklickc Gesellschaft, .jwisckeii diesen beiden Tragödien wogt dcts Leben. | Tics ist das größte Bild von der Polarität des fließenden Lebens, das Moritz Heimann bisher gcsckitffcn bat. lind seine künstlerisck größte Leistung ist. ivic er diese beiden grauen zum Leben geweckt, innerbctlb ibrcr crtrcmcn subjektiven Stellung dock nock einmal alle »räflc von Bindung und Eingabe, Ireibeit und Begrenzung balanziert bat. in denen ein auck nur relativ, gesundes Leben schwingen muß, Pallas bat, all die scheue '.'Imnut, di« pflanzenbafie Wciblickkeit. mit der Botticelli die Göttin malte, und erschließt sick zu aller »rast bclleniscker Bildung. Laura bat allen Ru Km, alle »rast, Laune der Herrin und Mutter, das ..fröhliche' Herz" der reckten Arau. ,'lls der zürnenden Tonna Laura ein Lenator höhnisch zuwirft, sic zürne wie das »ind, dcts den 3 nt bl fcklägt, über den es beim Lpicl gefallen ist. ontivortet Laura : [ „Tas »ink. das solckes tut. ist nicht unwciscr als Ihr seid oder jeder andre Richter; ick wieder will nickt weiser sein als Ibr. und scklügc, könnt' ick nur, den Llubl in Ltückc!" Heimann bat viclleickt nie eine Wortfügung geschrieben, mehr aus dem mittelsten Mittelpunkt seines Geistes heraus, als dieses: „Ick will nickt weiser fein". Tenn daß »lugbei: weiser fein kann als Weisheit; daß die Erkenntnis jedes Rccktes uns nickt den Willen drecken dctrf, für unser Reckt zu kämpfen; dap im Rate der Notwendigkeit unsere Ireibeit. zu wollen, initbcscklossen ist; daß wir kämpfen müssen, uicki weil wir Reckt Koben, sondern weil »ämpfcn unser. Reckt und unsere Pflickt, unter Leben ist: das ist die dämonisck einfache Pargdorw. mit der Morig Heimann uns aus dem Irrgarten der Romantik iviedcr zum Leber, nibri. ans dem zersplitterten Empfinden zu einer nickt gemenet Wabrbeit.