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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1913-12-01 · 12 (1.12.1913) · p. Seite 388

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
4 (1913)
Issue
12 (1.12.1913)
Date
1913-12-01
Page
Seite 388 (sequence 14)
Language
German
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— 388 — derartigen Rivalitätskonflikt herausbeschworen; doch dürfte auch diesmal wieder das Gefühl, daß ein offener Kampf der beiden großen deutschen Reedereien eine Versündigung an d< r deutschen Nationalwirtschaft ist, zu einer Versöhnung der widei streitenden Interessen führen. Ter breiten Anlage der wirtschaftspolitischer Ockonomie entsprach die der betriebstechnischen und f i r a n z i e l l e n. Die finanztechnische Geschicklichkeit, der kaufmännisch-praktische Blick, die bei aller Großzügigkeit und allein Idealismus der wirtschaftlichen Denkart Albert Ballin nur selten im ^tidi ließen, gaben ihm stets die Möglichkeit, seine Pläne mit den Forderung n und Beschränkungen der realen Verhältnisse in Einklang zu bringe,., bewirkten, daß er so gut wie nie vor eine Situation gestellt wurte, in der er erkennen mußte, sich zu weit vorgewagt zu haben und seine vorgeschobenen Linien zurllckziehen zu müssen. In betriebst« inischer Hinsicht hat er sich — vielleicht bis auf einen Fall, auf den wir noch zu sprechen kommen werden — durch die von ihm erkannte Notwendigkeit, das Neueste und Modernste, das die Schiffsbaut, chnik konstruierte, zur Anivendung zu bringen, nicht ^u kostspieligen r nd gesährlichen Experinienten fortreißen lassen. Ter Toppelbasis seiner Gesellschaft als Fracht- und Personenbeförderungsunternchinei eingedenk, hat er bie Mode der sogenannten ö'/u^age-Tampfer, d:r Ozeanrenner, deren Wirtschaftlichkeit gering.ist, nur mit einem Schiff initgemacht, und auch dieses später aus dein Amerikadienft gezogen Er hat dafür kombinierte Tampferlypen, die alle drei Zweige des.Reedereigeschäfts, den Kajütenverkehr, den Zwischendecksverkchr und das Frachtgeschäft, in sich vereinigten und je einen dieser Zweige nach der Eigenart der Schiffe und der Routen besonders akzentuierten gebaut, die eine außerordentlich gesunde Rentabilität erreichten, Eine echt Ballinsche, so war die Erfindung der :ee, die später' vielfach e entwickelt hat. >iönner ersten Ranges, Er verstand nicht nur ganz und gar unzünftige und geistvolle Idee „Seetouristik", der Vergnügungsreisen zur < kopiert worden ist und sich heute zur Vollblü Albert Ballin war aber nicht nur ein sondern auch ein großer Repräsentant, zu arbeiten und zu leisten, sondern hatte a ich die nicht gering zu schätzende Gabe, seine Arbeit und jeitt Werk nach außen hin wirkungsvoll zu vertreten, zu verfechten und ins richtige Licht zu setzen. iDas ist für den Erfolg und vor allem für den rasckien Erfolg einer Wache absolut nicht gleichgültig und cs. ist als ein besonders günstigEZusammentreffen zu betrachten, wenn jemand nicht nur im „Ä^in" stark ist, sondern auch die Gabe besitzt, das, was er ist. in restloser Vollständigkeit zu scheinen. Nach dem, nas wir vorhin über die individuelle Art seines Organisationstalents gesagt Haben, wird man das „was" und das „wie" dieser repräsentativen Begabung ohne weiteres verstehen. Es ist keine schwere oder gar gespreizte Gran-

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