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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1913-12-01 · 12 (1.12.1913) · p. Seite 389

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
4 (1913)
Issue
12 (1.12.1913)
Date
1913-12-01
Page
Seite 389 (sequence 15)
Language
German
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389 — dezza, feine, salbungsvolle Wsird?, kein vielrednerisches Pathos, mit dem er sich mich nutzen hin projiziert und durchsetzt, sondern :s -ist die überlegene Leichtigkeit, mit der er sich allen wechselnden Situationeu sofort anpatzt und sie dadurch beherrscht. Es ist die durchdringende Klugheit, mit der er alle Menschen durchschaut, die eindringliche TarsleUuugskunst, mit der er fit zu interessieren, zu überzeugen und zu lenken versteht, es ist das glc uzende Geschick, mit dem er — ohne darum von seinem Ernst nur las Geringste preiszugeben un>'ins spielerische des Jongleurs zu virfallen — jeder Sache den ^richtigen Dreh" zu geben versteht. Er if ein Meister der Rede, der Vei Handlung. und^-ein geistreicher Plau)erer, er hätte nicht nur gerat e als Kaufmann, sondern auch als A wokat, als Politiker, als Journalist grotz werden können. Gerade in dieser Vielfältigkeit und ^Handlungsfähigkeit ist vielleicht einer der Gründe zu sehen, warum Albert Balli» auf Kaiser Wilhelm, ker ihm in dieser Beziehung ähnelt, einen so stärken Reiz ausübt. — Daß Ballin unter solchen Umständen die Seele der internationalen Schifsahrtspools, die treibende Kraft, Leiter lind! Verhandlungsführei der grotzen Tchisfahrtsverbän )e geworden ist. kann nicht wunder nehmen. Tie Haiuburg-Ameriki-Linie lxit die Arregung zu der ersten noch sehr losen und unvollkommenen Kölner Ko iserenz der uordatlaiNischeu Schiffahrtsgesellschaften lereits im Jahre 1885 gegeben, als BaUin noch nicht vapag-Tirektoc war. Aber was aus diesen Pools geworden ist, hat e r aus ihnen gemacht. Er war dre Zentrifugalkraft, )ie sie zusammenhielt, er fühlte, als meisterhafter Taktiker ihre RaN nkämpfe, er hielt sie zusammen, .wenn sie auseinauderzugehe» drohten rühmten Neutralilätsvertrag m Seine imponierende Verhani lungsgeschicklickikeit hat sich auch erwiesen, als er im Jahre 1902 Heu -bin t dem amerikanischen Morgantrust abschlotz, und die öffentliche Mein mg in Deutschland, die nach de ii Einbruch dieses Trusts in die altenglische Schiffahrt nun auch etwas ähnliches für Deutschland fürchtete, mit einem fait iicr-ompli beruhigen konnte. - Sucht mau in all ver reichen und trefflich abgestimmten Fälle der Balliuschen Begabung das eigentlich produktive, treibende, schöpferische Moment, so wird man sagen müssen, es war sein unerschüt erlicher Wirtschafts - und B e r k h r s o p t i m i s m u s , der aste seine grotzen Kräfte zusammenhielt, vor eineh^erzettelung bewahrte und zu der Außerordentlichkeit der Endleistung anfeuerte. Um is praktisch zu sagen, Albert Ballin klebte nicht an der Vorkalkulaüon, er sagte sich: .Den zukünftigen Verkehr, seine Steigerung, feiite Progression kann man nicht errechnen. Die-das wollten, die z. B. den Verkehr der Eisenbahn nach den vorherigen Verkehrsergebni sen des Postkutschendienstes berechneter, haben der neuen Beförderungsart ein klägliches Fiasko vorausgesagi und haben sich — unsterblich damit blamiert. Dasselbe war mit dem Telegraphen, dem Teleplwn, dem

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