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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1913-11-01 · 11 (1.11.1913) · p. Seite 359

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
4 (1913)
Issue
11 (1.11.1913)
Date
1913-11-01
Page
Seite 359 (sequence 17)
Language
German
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— 35!) — die ne kenne», hocliflt'chrt. ihre Söhne und Toller heiralchi in die ange-, 'cbenslcn und reichsten Famil c». Dennoch gebt ihr Wbbi stand zurück, „proste Mitgifteu", gefchaitlichc Verluste erschünern ihre stelle Lage. Sie, die nur für ihre minder geleb r und geaebeitl Kal, die mi, rübreuder?Viiittctficluan allen hängt. int ein Weiteres, sie vermählt sich mit ü-l fahren ein zweites Wal nact, Ä etz, u», im Vlltei ■ ihren Kindern nur ja nicht zur Last fallen zu müffeii. Di ch mit dieser Hirat erreicht sie gerade das Gegenteil von dem, ivas sie hiahsichlistt. ^ihr zweiter Mau» verliert sein Vermögen, ihr eigenes dazu uns auch das ihrer jünststen noch unversorgteü Tochter, kurz darauf stirht er. Fine in Metz ve?hciratetc Tochter nimmt! sie in ihr Haus und schützt sie so vir Elend und Nur. Dort stirht sie auch, fast 00 '\nhrc alt. Dies ist der Lebenslauf der Glückes von Hameln. - i. Doch das, was alles an Menschlichem, fein Empfundenen in diesen Aüf-. zcichnungcil enthalten ist, ivas hie einzelnen Erlcbnissc umrahmt, mhchl das Leben dieser kleinen, tapferen s rau groß. Durch ihr ganzes Sein gebt wie eine Kette ticsstc. reinste Mütterlichkeit, grötztc Liebe und Opfermut. „T>ck habe mit allem vorlicb gcnoinm:n, was mir di^r Allgütige jugeschickk und getan hat, wie der Adler, der seit«? Kinddr aus se ne Flügel nimmt und sagt: „Es ist besser, datz mau aus ini> h schietzt als auf meine Kinder." Das Glück ihrer Kinder ist ihr Lebenszweck, für diese sorgt, nrbcitct und spart sie, - Nichts ist ihr zu schwer, nichts zu anstrengend in jungen und alten Dagon, wenn es gilt, den ^hxcn zu helfen. Tic schaut aber nicht nur aus ihre.Nächsten. Mit klarem Blick erfasst sie ihr? Zeit, schildert sie die Verhältnisse, der putzen, den Druck der aus sie aus,eübt wird, die Fesseln. von denen sie rings eingeengt sind. Wohl dürfen die ssuden Haidcl treiben, aber einzelne Gebiete bleiben ihnen vcrschlo 'scn, wohl machen sic besonders mit. Edelsteinen und Perlen gute Geschäfte, aber sie sind weniger Gesichert in jener unsicheren Zeit als die Anders zläubisfen, wohl verleihen sic an Fuden und Nichtjndcn ihr Vermögen und sind damit für die Fürsten unentbehrlich; dennoch sind und bleiben sie bc nachteiligt und sühren ein gar. oft gefährdetes Leben. Hudenmorde sind nichts Seltenes und wehist wenn ein '/lüde einen Ehristen beschuldigt, ohne dessen Vergehen nachivcisest zu können. Das Leben der Glücket vo l Hameln ist von inniger Gläubigkeit überstrahlt. ihr Gottvertrauen macht ihr das Schwerste leicht. — So erzählt Glücke! einfach und schlicht, uitd während sic erzählt, rollt sich ein Stück Kulturgeschichte auf. — Heute staunen wir und sehen, datz schon vor nahezu 300 fahren die jüdische Fratz das war oder das sein konnte, was wir jetzt wieder erstreben. Sie stand ins Leben neben ihrem Mann, ihm eine Freude und Hilfe, ihren Kinder» eine Mutter, wie es solche iveuig gibt; nicht nur eine Mutter, die liebt und bebet und hofft, sondern eine.! die zugreisl isnd ohne zu zaudern, um das Gliilck ihrer Kinder kämpft^ ■ Zn schade, datz Herr Dr. > Fcilchenfeld. dem wir die ^leberlraguug des Buches vom jüdischen ins Deutsche verdanken, wegech räupilichcr, Einschränkung nur im Anhang einige der kleinen Erzählungen anfügen konnte, die. Denn gerade diese kleinen! Geschickten, geben n Leben und Wirken dieser Frau, von ihrer und Milde sich, mit Zähigkeit und Kraft vereinen. So verkörpert Glücke! Hameln den Hdealtypus der Jübin ihrer Zeit und auch beute noch freuen wir uns und sind stolz darauf, wenn solche )ii=- dische Frauen unseren Weg krjcuzen. X. G. im Original enthalten sind. . ein wundervoll klares Bild vo Lebensauffassung, in Ser Güte J

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