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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1913-11-01 · 11 (1.11.1913) · p. Seite 354

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
4 (1913)
Issue
11 (1.11.1913)
Date
1913-11-01
Page
Seite 354 (sequence 12)
Language
German
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— 354 — jgion, weil ccden Begriff der sittlichen schuld! in den Mittelpunkt slcUl .und alle» Interesse auf diesen einen Punkt lehft;, weil es aller an der .moralischen Kran des Menfäien zweifelt, lPt cs aus der Tatsache Forderungen abgeleitet, sondern sich bemüht, den? von den seelen zu ist ihm das höchste, jon- Taher ist nach christlicher (Gerechtigkeit, ^menschlicher Unvollkommenheit nicht ethische!ihm nicht die Ausgabe sittlicher Arbeit gestellt ^unerträglichen Druck des schuldbewußtsein nehmen. Nicht sittliche Aufwärtsentwicklung idern Erlösung von der Lnal des Gewissens. ^Ansicht Gott die Liebe, die selbstlos schenkt u^id nicht die idic sittliche Ansprüche stellt.! Zu dieser Wertung des sittlichen llildei den vollkommenen Gegensatz, sic stellt »ich Menschheit, sondern, den Menschen in den Dienst der Gottheit, der litt i liehe» 'vöcc: „Ihr sollt mir ein Reich non Pr; Volk". Es fehlen zwar in der Bibel auch t die jüdische Auffassung Gott in den Dienst der cstern sein und ein heilig udaemonistischc (Gedanken nicht; dahin gehören die zahlreichen Hinweise aus Lohn nnd strafe, s und selbst die Schilderung der messianischen Zeit, die Bestinnnnng des Endziels der gesamten MenschHeitsentwicklnug verbindet fittlidic Poll kommenheit mit menschlichem Glück. Doch her Eudacinoiiisinus dient hier offenbar erzieherisck)en Zwecken, es wird gen sittlichen Handelns,Hingewiesen,,um den das ethische Ideal hin zu geben. Geltung u biblische Sittengesetz nicht aus dem Glück, das es spendet, sondern auf die beglückenden Fol- Willen die Richtung aus rd Wert aber schöpft das denn heilig bin ich, der der Menschheit, ihr langherrscht souverän. „Heilig sollt ihr mir sein, l Ewige, Euer Gott." Das sittlick-e Wachstum j fames aber ununlerbrock>enes Steigen von Gtpfel zu Gipfel bildet nach jüdischer Auffassung den Inhalt und sinn des Lebens. Nicht die Seligkeit des Menschen, sondern seine sittliche iVollkomnienheit ist der oberste Begriff des Judentums. Auch die Versöhnung des Mensckien mit Gott, seine Befreiung von dem Bewußtsein der schuld wird unter diesen Gesichtspunkt gestellt. Ter Versöhnimgstag bringt uns nicht ans Ziel, sondern ermutigt und ermahnt uns zu weiterem -und höherem streben- Bei diesem Sachverhalt erscheint die tlliitik, die christliche Theologen am Judentum üben, um so ausfallender, ethisctnm Forderungen in ihni nicht zu voller lichkeit um ihren Ernst gebracht wird, kann gegen die christliche Religion erhoben werten. Tic Wortführer der protestantischen Wissenschaft versuchen zwar Sas EHristentum in diesem Punkt zu reformieren, an die stelle der Rechtfertigung durch den Glauben die Mahnung zu sittlicher Arbeit zu setzen, aber ne entfernen sich dünnt mit vollem Bewußtsein von dca Grundanschauungen des überlieferten EHristentums. In ihm ist „alles auf die Gegensätze su einzige Zentrum der Frömmigkeit ist das Bewußtsein der Sünde und der Trost der Befreiung von Sünde und Schuld ^worden".Jene Anschauung aufrecht erhalten, das heißt d?m modernen Leben seine Existenz nehmen, es zum Selbstverzichr zwingen wollen." „Jene chrisl liche Grnndstimmung war verständlich, als Ihr Vorwurf, daß die Kraft gelangen, die Sittmit weit größerem Recht ide und Gnade gestellt, das bas EHristentum sicki einer

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