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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1913-10-01 · 10 (1.10.1913) · p. Seite 320

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
4 (1913)
Issue
10 (1.10.1913)
Date
1913-10-01
Page
Seite 320 (sequence 10)
Language
German
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— 320 wird. Das Ouöeutum kann nicht, wie andere Völker, der Menschheit »ene Gegenstände, neue Inhalte geben, deZu ist das Verhältnis des Judentum gegenständlichen Dasein, zu den Dingen nicht stark genuges kann ihr vielmehr nur iinincr neue Einheit für ihre Inhalte geben, i inner neue Möglichkeiten der Synthese. Es war religiöse «ynthese in dien Zeiten der Propheten und des Urchristentums, es war gedankliche Synthese in der Zeit Dpinozas, es ivar gesellschaftliche Dyntbese in der Zeit des Zozialisinns.' Zti welcher «yntheie bereitet sich beule der Geist des Judentums? Vielleicht zu einer, die eine Lyntbcse all jener Synthesen sein wird. Aber welches Angesicht immer sie haben wird, -eines wissen ivir von ibr: das; sic wieder dem tausendfältigen, zerklüfteten. widerstreitenden (betriebe der Menschheit gegenüber die Forderung der Einheit erheben wird, das; sie wieder zur Menschheit sagen wird: „All das, ivas ibr sucht und übt, wonach ilir strebt und hastet, all eure . Taten und all eure Werke, all eure Dpfer und all eure Genüsse, all das ist sinnlas, wesenlos ebne die Einheit". Ein Jude bat einst das Wort gesprochen: Eins tut not. Damit sprach er die innerste 3eele des Judentums aus, die weis;, das; alle Inhalte nichtig sind, wenn sie nicht zur Einheit ziliaininenwactnen, und das; es in allem iteben auf eins an-., kommt: die Einheit zu besihen. A'jchk immer stand die Deele des Judentums.ans der Höbe dieser Anschauung: aber die Zeiten, kn denen sie sich rein und stark zu ibr bekannte, waren die grasten, die ewigen Momente der jüdischen Geschickte. In diesen Momenten war das Iudentnni der Apostel des Drients vor der Menschheit: es war der Apostel des Drients, iveil es ans seiner Erfahrung der inneren Entzweiung und der Er- -löiung von jhr.die Macht und die Leidenschaft schöpfte, die Menschenwelt das eine zu lehren, das not tut. Das Judentum hat einst das graste Dstinbildtder inneren Entzweiung aingeslelll, die Zcheidnng von Gut und Vöie, die LÜnde: abeij es bat auch immer lvieder die lleberwindung dieser Scheidung gelehrt: in (>ioll. bei dem, ivie es im Psalm heilst, die Gnade und die Erlösung -Künde, die Dcheidnng vo> von Dütlde" iil: »nd in dr st: im Gebest des heilige» Menschen, der die Gut und Voie, nickt mehr kennt, der „rein r ntessianischen Welt, in der. wie es im Bucke saenoch beiist. die Liinde für einig vernichtet wird. Bo ist und bleibt dies die Grundbedeutung des Judentums für die Menschheit, das; es, der Uruveibeit im iiinerstoii Wewn ivie kein andres bewusst, wie kein andres sie kennend il»d ii - darstellend, eine Welt verkündet, in der sie ialisgebobeir ist: eine Goit'swelt. did ini Vebeir des Einzelnen und im "eben der Gesamtheit rergürklicht werden will: die Welt der Einheit.

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