Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 4 (1913)
- Issue
- 10 (1.10.1913)
- Date
- 1913-10-01
- Page
- Seite 319 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/4926451-6352289-6352369--0742-4926863- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
— 319 Seibftjerftimmn ans. In Diejent losen, bcfinmuuK'lojen Mampf des .Metze: und Mystiker. Ta schufen sil gransaintn, verketzernden, einsichtsosfiziellqn gegen das unterirdische en zn einer immer geistes- Indentuin verflachten die grasten Einheitsid» leerer werdenden Tradition; und wo das 3trjebcn nach Einheit zu neuest Ideen, zu neuen formen rang, -rrnrde e^ gewaltsam niedergedrückt. Dazu kam öie namenlose Pein des önsterenI'ebens,.das längste und das schmerzensreichste Marltzrinm, das je ein Pdlk auf Erden erlitten hat? In dieser ewigen Qual, in diesem Widerstreit von innen und von allster erlahmte das streben nach Einheit!. Tas Volk blieb unerlöft. Tie grasten Stunden der Stille uni» der Mhaft, in denen einst jüdische Men chen den ewigen Zwiespalt erlebt und sich ihm entschwnngen hatten, wurden immer seltener, Auster d^r Ideenwelt eines grasten Denkers lebten sie nur fort in der glühenden Innerlichkeit der jüdischen ein Werk erhabenen Geheimnisses. da wirkten sie an einer unterirdischen Monkinnität,, sie gaben'die Jäckel von Hand zu -Hand weiter und hielten die Seele des^Zudentnins bereit für len Augenblick der Befreiung. ist dieser Augenblick gekommen? Gibt es einen solchen Augenblick? Das Judentum ist nicht blost. in seiner Geschichte, nicht blost' im gegenwärtigen iteben des Volkes, es ist auch, es ist vor allem in uns selbst^ Solange wir in uns das alte Iudentnm 'fühlen, solange wir in uns die Ur.zweiheit finden und das Streben nach Einheit, können wir nicht glauben, der Urprozest sei beendet und das Judentum habe seinen Sinn erfüllt. Solange die Elemente gegeben sind, ist die unendliche Aufgabe gegeben. Und sie wird in jed^m von n»s zur persönlichen Ans gäbe, znni Ethos des Einzelnen, das sich in St " ' ' ' '' " ziehen soll. An dem grasten Prozcst des Indenti die Einheit seiner Seele geivinnt, der sich lin gegen das Unreine, für das freie und gegen fruchtbare und gegen das. Unfruchtbare ent Schacherer ans seinem Tempel jagt. Und wie wir im Volke entscheiden und den Negativen, »en Schauspielern, de.n lüsternen. den Würfelspielern, den feigen Sk absagen, Tenn die Ansstostnng des Negativen ist wie im Einzelnen so auch im Volke der Weg zum Einswerden. :Ue und Reinheit vollms wirkt jeder mit, dev ich für das Reine und/ das Unfreie, für das' cheidet, jedeb, ' der ' die;ii uns selbst, so müssen - aven die (Gemeinschaft Es gilt hier nicht die Sache zwischen Nationalisten und Nichtnationälisten oder, dergleichen; das ist alles Sberfläctie und unwesentlich; es gilt hier die Sache Mischen Wählenden und Geschehenlassenden, zwischen Zielmenschen und Zwecknienschen, zwischen Schaffenden und Zersetzenden, zwischen Urjnden und Galuthjuden. Urjnde aber nenne ich den, der in sich der. grostsm Mräste des>Urjndentnms bewusst wird und sich für sie,- für ihre Aktivierung, für it,r Werkwerden entscheidet. finüpsen wir also an das innerste Jeden des UrjndenlnmS an, ftrehen ijvir zur Einheit in unserer Seele, reinigen wir das Volk, und wir habest an seiner Befreiung mitgewirkt. Tgran, das Judentum wieder frei,sin machen für feine Tat in der Menschheit. Dieses ist, wie. wir gesehen haben. iinnfe,r dü> Bedeutung des Judentums für die Menschheit gewesen und wird es bleiben: das; es a,f sie.' immer wieder die fordernng der Einheit berastbringt; die fotdernng, die gns der eigenen Entzweiung und der Erlösung von ihr geboren