Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 4 (1913)
- Issue
- 10 (1.10.1913)
- Date
- 1913-10-01
- Page
- Seite 315 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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' — 315 — .faßt, macid, als Das WrimDproblem Des oitDemiime, als Den rätiel* haften, jurditbaren und fdiöpferifdicn 'iiMbctvipn d, feines Xafeiivo cmp Hilf selbst betrachten, iiisonfinhe: seine Dualität. Man man dieses derheit da, wo es in geschlossener (fiemeundiJift lebt; man mag fiel) fein li rieben wiederansdanen, wie es siet, in seiner '.iJeidiidftc ausgesvrodien bat; inan, mag sein Lchrisltnm Dnrdffaridieti, in Dem sein Wesen :,imi Werte wurde: immer wieder werden die t'segeisäste starr und unvermittelt vor einen treten, Gegensätze, wie sie in feinem anderen Lo.stalgeöjilde je so ins Aeußerste getrieben mutigste Wabrbastigfeit neben der Perloge »beit des innersten Lebensgrtfndes; der lebte Dvserwille neben der gierigsten LelbstsndN. Ziein anderes Volk bat io niederträchtige 3p.iclet und Verräter, fein anderes Volt so erhabene. Propheten und Erlöser Herr orgebracht. Und md,t etwa in ucndiiebenen Epodten, nidit etwa, Daß das Hobe das Urjnden-. tum und das Niedrige die Entartung wäre (wiewohl man bas gesdiid,tlid,e Element nidit verfennen darf); sondern in jeder -tjeit stelum sie beieinander, ja es sind oft dieselben Mensche t, in denen und um die.' dasl vba mit dem Nein ringt und die dnrdf seltsame Erschiifterunben,. Krisen, Enlsdieidnngen de» eünen oder den anderen Pol erreichen. Id,- sagte: Es sind oft dieselben Menschen. Ich batte sagen sollen: In allen Juden lebt beides irgendwie. Keiner kann »ne der Jude berstehen, was es heißt, durd, sid, felbftjocrfndit zu marben; feiner bat solche Fülle der Anlage und foldjc Fülle der Hemmung wie )er Jude. Die Lebens-' geschickte Rittes Volfesist ja im Grunde nidfts anderes als die ins Große fstibjizjerte Lebensgeschichte eines Polfsw itgliedes, und was uns die Historie des Iudentnms lehrt, das faitn bau jedem einzelnen Juden durd) Lelbstbetrachtung ergänzt und bestätigt werden, wenn er nur nnersdfrocfen und flarsidftig und ehrlich genug st. Und das gilt es zu sein: unerschrocken und flarsidftig und ehrlich denn es geziemt'uns nicht der tiefen ^Urflichfeit unseres Daseins ausznweidten, und es wird uns fein. Heil werden, ebe wir ihr gegenübergelreten sind und ihr flandgehalten haben. Tamit aber, daß die Frage, ohne die Sphäre des Volfslebens zu berlstssen, in die Sphäre des Lebens des Einzelnen eilntritt, wird es auch pssenbar, daß sie im Grund etwas Gros eres als eine 'ethische, daß sie eine >«nenschheitltche Frage ist. Es ist eine Grundtatsadie der pfijdiifdicn Dynamif, daß die. Pielsäliigfeit seiner Seele dem Mensdfen immer wieder als Zweihe.it er- Idieint, ja man faitn. Da in Der Welt des Äewtlßtseins Ersdieinen und Lein dasselbe bedeuten, sagen, daß sie immer wieder die 'Form.der Zweiheit annimmt. Der Mensch erlebt die Fülle 'seiner inneren Wirflidifeit und Möglichfeit als eine lebende Substanz, die nach zwei Polen binstrebt; er erlebt seinen inneren Weg als eine Wanderschaft von. Kreuzweg zu ztreuzweg. Tie beide» Gegemätze, zu denen es im Menidieif binstrebt, 'mögen noch so wedn'elndc Inbalte und flfainen haben: die Wahl am di reu zweg mag als perjönlidfe Entsdieiduiig oder als äußere Notwendigfeit oder gar als Zufall, .'inpsunden werden; die Grundform, selbst bleibt unberändert, eines der rjcfentlidjen, bestimmenden. Urdinge des Menschenlebens, ja vielleid,t das wesentliche unter allen, da sid, darin das Mysterium ^der Urzneiheif und damit, die! 1*'