Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 4 (1913)
- Issue
- 10 (1.10.1913)
- Date
- 1913-10-01
- Page
- Seite 314 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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- .314 Das Jubentum und die Menschheit. Vo» M n r t i ii B 11b c r. Bei einem Bolle, iw* auf eigener Cdielle ein sicherer., freies, vollständiges Ceben führt, tut es gor nicht not, Satz der Einzelne sich ans seine 'jugehörigkeit znm Bolle.besinne: denn oh er sich dessen hewns;! i.'ird oder nicht, er gehört seinem Polte von vornherein nnverhriichlich 'in durch seine natürliche Teilnahme an dessen Tun und Deuten, an aessen Sprache und Cittc. Anders hei einem Bolle, das des freien und l ollständigeir^ehens entbehrt:, da steht. der Einzelne nicht von vorn herein in der Wemeinidwtt, sondern er nun'; sich erst in sie entstellen: i ein zjugehörigteitsbewusztsein erzieht.ihn erst zur wahren Zngehörig- 1 eit,;nm 'JJtitleben und zur Mitarbeit,' und zwar tun io stärler, je liefet' er zugleich in feine persönliche Besonderheit, in das Geheimnis einer Einzigleit eindringt und je wahrhafter er enldectt. was er und eiit anderer diesem Bolle zu geben berufen ist. Ein AehnEdtes ist von oem Berhältnis eines Boltes zur Menschheit zu sagen. Ein Boll, >as im Bau der Menschheit feinen bestimmten, festen, fidicren Crt hat, 1 m<- na di Cand, Dvradie und CebeiUvwrmen llar lind dentlidt bestimmt ft, braudn fidl gar nidu aus iein^reöentnnci für die Menschheit zu »efimien. Indern es feine eiitenje/ (tteidiiifte besorgt, dient es der Nenichheit ans feine Art, und es bedarf. teines weitereit öladiweises einer Dafeinsbereditigung. ölidu io ein.Boll wie das jüdische, das einen imtiirlichen Crt feit Jahrtausenden verloren hat, leine einheiticlie Cprack- und Cebensgemeiuscliast mehr beutst und dem immer vieder dic^ «Trage nadt der. Berechtigung seines Daseins und nach der . A'otwenöigteit feiner Erhaltung entgegengehalten wird, — entgegeutehnlten wird auch aus feiner eigenen Mitte.' vier tut es not, iidV ans das zu besinnen, was an diesem Boll einzig und ewig ist. Es tut not, iich daraus zu besinnen, welches Urelement der Menichenfeele, me 1 die Grundform des Blensdieulebens fidi im Judentum reiner und stärler und wirtfanier realisiert hat als in. irgend einem anderen Bolle und was dieses Urelement, diese Ihrundform der Menfätheit bedeutet hat und bedeiitet: wozu die Menfdiheit des Judentums bedurft hat, seiner bedarf und in aller ^nfnnft feiner bedürfen wird als der deutlidisten BerkorverUng, als der vorbildlidien Darstellung eines der hödisten Elememartriebe des (Geistes. Es geht hier um thröneres als das 3diicffal eines Boltes und den Böen eines Boltstums': es geht um nnneiifdilidie und dlmeitichlidie Dinge. Um uns daraus zu besinnen, müssen wir das Problem des ^ndeittuiits in feiner Tiefe erlassen, müssen ans feinen ttrund tauchen, dahin, wo >!d, ans dem Widerspruch das Ewige gebiert. Denn das ist die Natur und das Cos des Judentums. daß fein, vö di ft es au fein Niederstes ' gebunden ist und fein Erlaudites an fein schändliches. Das Judentum ist iridit ein fad, und eindeutig, sondern vom (Gegensatz erfüllt. Es ift ein volares Phänomen. ..Dies ist fidier: ein Ddianfpieler oder ein ivahrer Meitsät: der Schönheit fähig und doch häszlid,: lüstern und asletisch, ein Ldiarlaian oder ein Böürselspieler, ein ufanaiiter oder ein feiger'Dtlave, alles das ist der Mide." ott diele Worte hat ^atob Wassermann einst das ge-