Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 4 (1913)
- Issue
- 10 (1.10.1913)
- Date
- 1913-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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Mitteilungen des Verbandes der jüdiscfien Jugfendvereine Deutsc&fends liest 10 Berlin, 1. Oktober 1913 4. Jabrg. Auf dem heimatliche i Fric&tiof. llon R a h e I A p f e I Es liickcn nah« (chon’die hoben 5e(te — Der fierb(i, er kommt — ein rötliches Geflimmer üurchwirkct zart das iipp'ge Blättergrün. Das Bächlein murmelt; Seufzer und Gebete Erfüllen. Icif dahin^chautht. die Cufl. Es i(t die Zeit, da man in Lieh gedenket Der Couren, die die ew'ge Ruhe fanden, Ihr Angedenken neu herattfbe[chu'örei. Um demutvoll [ich dann in Gottes Fügung fiineinzufiudeu. dah [ic nicht mehr find. Die uns geliebt, und die wir wieder liebten. Ich [eh' die Steine schlicht und anspruchslos Die einen — prunkvoll, goldbetnalt die andern Die halbverwittert, fast ganz eingesunken. Dur ntiih'voll ist der Dame zu entziffern. Da steigen sie empor, die lang schon schlummern,. Im Cotenkleide. wie ich sie gefehlt So manches .labr. wenn fromm zum Deujahrsfelte. (Denn zum lotn Kippur sie zur Andacht eilten. Wie waren so vertraut sie mit dein Code. Dicht barg er Angst und Schrecken für die irommcu! Sorgfältig lagen stets die Sterbekleiber Im Schrein, mit Hieb gef trügt u.md behütet— Und ohne Selten bekleideten zum Seite \ j Demut ge Beter (ich mit (len Bewandert, 'f Der junge Ehtnann. der gebeugte Breis — Sie alle it den weihen Seltgewändern — Was ahnt ein Kind denn von dgs Codes . ' , Schauern! Und nun lieh' ich an eurer Ruhestätte. In die man euch in Je(testraeht göbettet. Die ihr geweiht seit langen, langen fahren Wenn im jGebet ihr abgestreift die Eide. Liegst wirklich ruhig du. du kleiner Wiubold, Der ohne Blöden niemals reden konnte . Und niemals ruhte bis die fierer lachten! Und du, der rastlos Geld auf Geld gehäuft,, Ant hung rtuche nagte, um den Mammon Dur nicht tu schmälern, den du dir erg.eizle[t. Dein Geld, von lust'gen Eiben längst verjubelt! Dein Grab vergessen, wie dein Angedenken! D u det die ßiitc selbst, geliebt von jedem. Des feste fiand den Strauchelnden gesinnt. Der mitleidvoll stets half mit Wort und Caten — Und d it. c er lebte nur von andrer Bitte. Almosen s; mmelte bis an [ein Ende Da liegt ih nun im Code alle, gleich. Ob Glück in Leben euch geblüht — ob Unglück! Dur Unglück nein! Wenn auch des Schicksals äiigung Güter allen nicht beseht den — sie haben s alle doch geholfen, sie haben s alle doch empfunden: Des Lebens Ein Glück. "E i n Glück Wie lacht ich oftmals heimlich und verstohlen. Den Sinn nicht ahnend heiliger Gebräuche.; Schaut ich als Kind die betende Gemeinde;? Den flicken dort, m t seinem feisten Bäuchlein, Dem Leben nur. nicht Cod (tand auf der Stirne, Dem der gedeckte Lisch das höchste Ziel Der Schalet deuchte ihm die höchste Wonne! Der fiagre. der da ruht, dein gar so drollig Sein Sterbehemde um die Beine schlottert Bückt im Gebete er die langen Glieder! Dünkt jedes sich ein König doch daheim. Wenn Sabteiuuhe auf der Galle lagert. . Wenn innige Andachtsflimmung ihn berauschte Im unscheinbaren, kleinen Gotteshause. Uergesscn ular der Eifer des Geschäfts. Bergeisen apch des Alltags bittre Sorgen. Und reines Glück erhellte jedes Anilin. Ob ihre Kinder noch dies Glück empfinden? Ruht sanft ieuch flieht, die quälenden! Bedanken W i r leben (—.wie? Der Eebendi hat recht.