Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 4 (1913)
- Issue
- 6/8 (1.6.1913)
- Date
- 1913-06-01
- Page
- Seite 235 (sequence 76)
- Language
- German
- Belongs to
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— 235 — j$m Interesse der Jugendbewegung, spezie^ aber im Interesse des jüdischen Iugendbundes Ztattowitz, erlaube ijch stiir, ini b zunächst privat iif vorstehender Angelegenleit an Sie wenden l Hch falte die Entsendung i)C:> Herrn BlusneNfeld z r unserer Delegiertentagung geradezu sür ei ren Skandals (Hört! Hört!) Ich weih sehr wohl, daß die Nomination her Delegierten eine interne Angelegenheit der Verband svereine ist,!ich weis; farner, daß die Berbanössatznngen gestatten, ar ch Nichtmitg^lieder eines Vereins zu delegieren, sofern sie nur einem Verbandsvctein angeh >ren. Ob letzteres bei Herrn Blumenfeldl der Fall ist, welb ich vorläufig noch nichts ich will es unterstellen. Es spricht aber ' ben Gefühlen aller Verbändsmitglieöer Hohn, wenn man einen Mann zu unserer Tagung entsendet, der in geradezu unerhörter Weis: gegen deb Verband öffentlich und nichtöfsentlich h:tzt, und der kaum eine Rede vor-, übergehen, lässt, ohne über unsere iZdeen seinefaSvott auzugietzen. Ich ersuche Sie dringend, mir nicht etwa mit dein Ginwan) zu kommen, gls ob Herr Blumenfeld mir deshalb nicht willjkommen sei, weit' er Zionist ist. Ich,würde dies entsprechend meiner ganzen Tätigkeit für dhn Verband als eine Unterstet ung betrachten. : Ich habe bisher trotz allem dem Iugendbund Kattowitz die Treue gehalten. Ich erkläre Ihnxn hiermit, mögen Sie das sehr tragisch isthmen >der nickst, daß sür mich der jüdische Iugendbund Kattowitz!, wem er diese Dekoration eines notorischen Gegn-rs unseres Vepbandes aufrecht erbäll, erledigst ist, und das; nunmegr die Behauptifngen öit Gegner des jüdischen Iugendbundes für mi h erheblich an Gewicht gewonnen haben. >! Uebrigens habe ich bei allir Gegensätzlichkeit mciner An« ichamuigcn zu denen des Herrn Blumenfeld doch so! viel R.'svekt vor dem Takt desselben, das; er die Delegation nicht annimmt. Es wäre mir sn Anbetracht meiner persönlichen Bekanntsshaft n it Herrn Blumenfeld überaus peinlich, wenn etwa aus der Mitü der Vcr. mmmlnng heraus der Antrag gestellt werden sollte; Herrn Blumenfeld nicht zuzulassen, beziv. des Saales zu verweisest. . . - Daß ein solcher Antrag kommen wird, balle ich bst der erbitterten Stimmung weiter Verba lidskreise gegen Herrn Blumeist seid als im Bereich der Möglichkeit liegend. '• Ich begrüste Sie mit dem Ausdruck meiner vbrzügli ben Hochachtung!! Di*. Apfel." ■ Dü Versammlung bricht in minutenlangen tosenden B,ifalk aus. Referendar GaNcrr (Eöln): Meine Damen und Herren! Ihr unendliche,- Beifall soeben bat schon beifahe alles das überflüssig gemacht, was ich!zu sagen habe. Ich habe Ihnen nur noch des näher, » auszn-, führen, das; Herr!>>-. Apfel mit! öieiem von ihm.hhen volgelesenen Briefe bollkommen das Richtige getroffen hat. (Stürmisches: Sehr richtig!) Herr I>r. Apfel hat dasjeniec voxgusgesehei), was zweifellos eingetreken wäre. Er hat es richtig prophezeit, das;, «wenn Herr Kurt Blumenlfeld hier erschienen wäre, der Westdeutsche Bestrksverband einmütig den Antrag auf Ausscklub dieses Herrn von her Versammlung gestellt haben würde.' (Sebr richtig!) I