Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 4 (1913)
- Issue
- 6/8 (1.6.1913)
- Date
- 1913-06-01
- Page
- Seite 220 (sequence 61)
- Language
- German
- Belongs to
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— ±20 — ich keine iUuft sehe, sondern ich bin der Ansicht, das; die Vertreter des Zentralvereins iin Vorstande und andererseits der Vorstand sich bemühen werden, die Tendenz, die der Zentralverein jetzt ausgesprochen hat, nicht in den Iugendvereinen gegen die Zionisten in die Tat umsetzen zu lassen. (Lebhafter Beifall.) Ick bin überzeugt, daß dann gar kein Grünst besteht für die Annahme, die heutige Versammlung hätte fick gegen den Zionismus ausgesprochen. (Lebhafter Beifall.) Tann liegt meines Grachtens aber auch für uns Zionisten gar kein Grund vor, die iveitere Mitarbeit dem Verbände zu versagen. (Lebhafter Beifall.), Ich muß bemerken, daß Herr l>i\ Apfel bei seiner Rede meines Erachtens den Zionisten tzlnrecht getan hat, die nicht etwa bloß den Fuß in die Jugendbewegung gesetzt^haben, sondern die, wie ich, von Anfang an iU ihr mitgearbeitet habest,. Ich rufe die Herren des Bezirksverbandes zu Zeugen an, wie harmonisch wir zusammengcarbeitet haben. Tic Herren, haben istich als Zionisten auf- . gefordert, neue Vereine zu gründen. Ein größeres Vertrauen kann einem Zionisten meines Erachtens nicht geschenkt werden. (Bravo!) Ich bin dyr Ansicht, daß, wenn der Vorstand des Verbandes nickt daran denkt, eine Tendenz gegen die Zionisten in den ' Iügendvereinen zu benuhen tind zu betätigen, wir dann keinen Grund haben, unsere Mitarbeit zu vertagen, solange das nickt geschieht, iverde ich .für die Ingendvercine und in den Iugendvercinen weiter Mitarbeiten. . (Tiürmiscker, langanhaltender Beifall.) I >>. Apfel: Ich glaube, das; tvir uns keinen harmonischeren Ausklang dieier Tebatte wünscken konnten, als es die Worte unseres hochverehrten und verdienstvollen Ireundes, des Herrn Rechtsanwalt Meyyr <Bonn) gewesen sind. «Bravo!> Meine verehrten Ireunde! Ick bin hier persönlich angegrisfen worden: man hat mir erklärt, was l»>. Apfel gesagt hat, hätte inan in anderer Iorm sagen können, er hat zu scharf gesprochen. Ich kann daraus mir lagen, das; mir heute erwidert worden ist: Halte Tich nur an die zionistischen Beschlüsse und nickt an deren Begründungsreden. Meine verehrten zionistischen Ircunüe, wenn meine Rede Ihnen ' wehe getan haben sollte, so bedauert das nieinand mehr als ich. Meine ' näheren Bekannten wissen, unter welchen großen ernsten Bedenken und nach wieviel Rücksprachen ick mich zu diesem Standpunkt durchgerungen habe, und ick halte es für eine Versündigung an der Jugendbewegung, wenn in einer Ttunde, die die Entscheidungsstnnde sein j tonnte, der Iübrer mit seinem Wort zurückhält. Iw habe nickt geleugnet, das; meine Rede durchaus subjektiv gestimmt war, aber ich verlange von dieser Versammlung, das; sie angehört wird als eines Mannes Ueberzeugung, der seine ganze außerbcruflicke .straft lediglich der jüdischen Ingendbewegnng gewidntet hat. «Lebhafter Beifall.) Meine ,vreunde! Es kann in jeder aus vielen stöpfen bestehenden Organisation der eine unterliegen, der andere siegen. Heute kann das Verhältnis io. morgen kann es io sein. Ich verdenke es niemandem, wenn er zähneknirschend den Beschluß entgegennimmt. Ich verlange aber, das; er auch die Idee» der anderen wiirdigt und das; er die Opposition in der «vorm macht, daß er sagt: ich will für meinen ^eil dafür sorgen, das; in Iukunfk derartige Beschlüsse nicht mehr ge-