Mannheim
Compact Memory

Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1913-06-01 · 6/8 (1.6.1913) · p. Seite 219

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
4 (1913)
Issue
6/8 (1.6.1913)
Date
1913-06-01
Page
Seite 219 (sequence 60)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/4926451-6352289-6352366--0631-4926755
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

* — 219 denjenigen Herren, die mir politisch nehesteyen,. erkundigt, und ich glaube auch in deren Namen zugleich zu sprechen, wenn ich erkläre, daß wir die Stellungnahme des Telcgiertentages aufs Aeußerste bedauern. Wir halten die Stellungnahme des Telegierrentages für eine Tat, die der Zukunft des Verbandes keinesfalls fördernd sein wird. Wir hatten, als wir hierher kgmen, mit der Möglichkeit zu rechnen, daß unsere Anträge abgelchnt Würden, wir konnten nicht mit Sicherheit annehmen, daß mati unseiker Stellungnahme Rechnung tragen würde. Tie Art aber, wie der! Antrag abgelehnt worden ift; hat die Sache verschärft. Tie Slelluiignahme, die Herr^ Nr. Apfel zu dem Anträge eingenommen bat, war eine offensichtliche Spitze gegen uns. Dadurch hat der Verbaudchag die Sache nicht gefördert, und wir bedauern feine Entscheidung sind halten sie für eine -schwere Gefährdung des Verbandes ui der Zuksinft. Wir sehen uns der Gefahr gegenüber, daß wir nicht garantievon können, was unsere Freunde zu tun gedenken, (lebhafter Beifall bei einem Teil der Versammlung/) Rechtsanwalt I>r. Meyer (Bonn): Meine Tarnen und Herren! Fch spreche nicht im Aufträge irgeudwelchet Gefinnungsgeyzisseu, sondern ich spreche meine persönliche Meinung vor Fhneu aus. Tie Abstiinmung, die heute stattgcfundcn hat, ist auf ein falsches Gebiet geschoben worden. Wir batten eigentlich garnicht darüber äbzustiiuinenlund haben auch nicht darüber abgestimmt, ob der Zentralverein irgendwie das Recht zu seinem Vorgehen hatte. Meines Erachtens hatte er die Pflicht dazu. Tic Tendenz gebt feit langem nach derselben Richtung, wie wir aus dem Munde seines Vertreters gehört haben, und daß er diese Tendenz ausgesprochen bat, war sein gutes Recht; darüber batten wir nicht zu richten. Wir haben auch nicht darüber zu richten, wie die Beziehungen der zionistischen Organisation infolge dieses Beschlusses, infolge dieses Farbebekennens, sich zu dem Zentralverein gestaltet haben, sondern Sic Frage, die uns interessiert, war die,, oh der Verband der Fugendöereiue das Prinzip der Neu- Es entspricht meines Erachtens dem wenn in öeiit; Vorstände des Verbandes sich nur solche ^rganisatioueu befinden, diö auch ihrerseits den Gründsätz der Neutralität befolgen. «Sehr richtig!» lieber diese Frage ist abgestimmt.! I)i\ Apfel: Herr I >e. Meyer, ich jbabe eine gesclniftsordnungsiuäßige Erklärung gestatte« und Fhneit ebenso wie Herrn I>r. Simon weiteste Freiheit gewährt, weil ich, nicht wollte,sdas; semand mit Erbitterung scheidet. Fch muß Sie aber bitten, daß Zic uuu'wirklich von Fhrem zionistischen Standpunkte aus eine Erklärung abg^ben, und sich möglichst kur; fassen. l»i . Meyer: Feder kann über die Sachel persönlich denken, wie er- »vill. j Fch bin der Ansicht gewesen, daß es sich um einen Bruch der Ncuttalität handelt. Tic Versammlung har -das entgegengesetzte Votum abgegeben, nur sragt es sich: wie.! Fcb spreche die Ueberzeugung aus, daß es Sache des Verbaudsvorstan^es sein wird, und daß der Verhandsvorstand das Seinige dazu tun lbird, um hier keine Kluft entstehen zu lassen. (Bravo!) Es handelt sich hier garnicht darum, irgend etwas zu überbrücken, ich wilk-teine Brücke gebaut haben, wo lralit^it aufrecht erhalten hat. Prinüp der Neutralität, wenn

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.